Die deutschen Medien und die Bundesregierung scheinen schon in den ersten Stunden nach der Wahnsinnstat von Hanau äußerst bemüht zu sein, der Geschichte den richtigen „Spin“ zu verpassen. Nämlich jenen, dass dieser schreckliche Amoklauf einen rechtsradikalen Hintergrund hätte.

Ein Kommentar von René Rabeder

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Es sind die gleichen Medien und Politiker, die nach jedem islamistischen Terror-Anschlag sofort darauf verweisen, dass es sich bei dem Angreifer um einen verwirrten, auf alle Fälle aber psychisch kranken Einzeltäter gehandelt hätte, und, dass das alles mit dem Islam natürlich nichts zu tun habe. Bei einem mutmaßlich rechtsextremen Täter sollen aber nun dem Vernehmen nach „rechte Parteien“ schuld sein?

Das in diesen Stunden immer noch recht Wenige, was wir derzeit über den Amokläufer von Hanau sicher wissen, ist, dass er eine Internetseite betrieb, die bis hin zu seinem Manifest voll mit völlig irren rechtsextremen Verschwörungstheorien ist. Er schrieb darin von „unterirdischen amerikanischen Militärbasen“, von „unsichtbaren Geheimbünden“ und rief in einem Video dazu auf, diese aufzuspüren, zu stürmen und zu vernichten. Dann stürmte er selbst zwei Shisha-Bars in Hessen. Nichts deutet derzeit darauf hin, dass der Täter, der zu meinen schien, Geheimdienste würden sich seit seiner Kindheit geistig in seine Gedanken einklinken um diese abzuhören, in irgendeiner Form vernetzt war. Viel mehr wirkt er wie der Inbegriff eines „irren – und ja auch mutmaßlich psychisch kranken – Einzeltäters.

Spaltung der Gesellschaft wird immer größer

Und all jenen, die sonst bei jeder Gelegenheit von Instrumentalisierung sprechen, sei ins Tagebuch geschrieben, dass sie mit ihrer tendenziösen Berichterstattung die Spaltung in der Gesellschaft – zwischen rechts und links nur noch weiter befeuern. Und bei all der völlig berechtigten Wut und Trauer über diese sinnlose Tat, bei all den Wortmeldungen und Grundsatzbekundungen der deutschen Bundesregierung, anderer Politiker und Journalisten, sei eine kurze Frage erlaubt:

Wie lange hat es damals nochmal gedauert, bis Bundeskanzlerin Angela Merkel den Opfern vom Berliner Weihnachtsmarkt ihre Anteilnahme ausgesprochen hatte…