uwe sailer linz

Vor wenigen Wochen schockierte Uwe Sailer, der Betreiber der dubiosen Internet-Plattform „Dahamist.at“, die Nutzer des sozialen Netzwerkes Facebooks mit mehreren Hass-Postings, in welchen er mitunter gegen ein ungeborenes Kind ätzte. Zudem machte er sich auch über den Tod Jörg Haiders lustig („Wochenblick“ berichtete)!

Ein Kommentar von Rene Rabeder

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Solidarität mit Hass-Poster?

Der verbitterte Pensionist Uwe Sailer, der sich „ehemaliger Datenforensiker“ nennt, hat sich, nach seinem eigenen Dafürhalten, ganz dem „Kampf gegen den Faschismus“ verschrieben. Er betreibt die an und für sich völlig marginale Plattform „Dahamist“, auf der oft wirre, mit simplen Fotobearbeitungs-Programmen erstellte Bildchen zu sehen sind.

Tatsächlich steht hinter diesem „Kampf“ aber nicht viel mehr, als der Ruf nach Aufmerksamkeit und blinde Wut gegenüber der FPÖ. Und natürlich auch gegenüber alternativen und erfolgreichen Medien wie dem „Wochenblick“.

Dieses verbitterte wie geschmacklose Posting schockte.

 

„KirchenZeitung“ geht auf Distanz

Man könnte Entgleisungen wie den Beitrag über das ungeborene Kind der Familie Strache leicht als das „Hobby eines verbitterten alten Mannes“ abtun, wäre da nicht die Tatsache, dass dieser Herr Sailer für seine Aktivitäten unlängst auch noch einen Preis überreicht bekam. Nicht von irgendjemandem, sondern von Bischof Manfred Scheuer, Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) bekam Sailer im Frühling dieses Jahres den „Solidaritätspreis der KirchenZeitung“ überreicht.

uwe sailer linz
Der sogenannte Datenforensiker sorgt mit diesem Beitrag für Entsetzen.

„Kellernazi ist nicht angebracht“

Nach einer Anfrage an die Diözese Linz, bezüglich Uwe Sailers Entgleisungen auf der Internetplattform „Dahamist.at“ äußerte sich der Chefredakteur der Kirchenzeitung der Diözese Linz, Matthäus Fellinger, gegenüber dem „Wochenblick“: „Uwe Sailer wurde im Mai 2018 einer von neun Solidaritätspreisen für seinen Beitrag zur Aufklärung von neonazistischen Aktivitäten in digitalen Netzwerken zugesprochen“.

„Die unter dem Namen ‚Dahamist‘ am 8. Oktober 2018 geposteten Aussage, auf die sich die Anfrage bezieht, ist beleidigend und schlicht und einfach zurückzuweisen. Man kann und darf Kinder nicht für ihre Eltern verantwortlich machen. Auch der Begriff „Kellernazi“ ist dem heutigen Vizekanzler gegenüber nicht angebracht“, so Fellinger weiter, der anmerkt, dass die KirchenZeitung und die Katholische Kirche in Oberösterreich appellieren würden, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen.

Soll Preis aberkannt werden?

Konkrete Überlegungen Uwe Sailer diesen „Solidaritätspreis“ abzuerkennen, gibt es seitens der Zeitung indes noch nicht. Insider vermuten, dass dies der nächste Schritt sein könnte, sollte Sailer erneut auf geschmacklose und menschenverachtende Weise provozieren.

„Die Verantwortlichen der KirchenZeitung setzen eher auf Dialog, also auf das Gespräch mit den Beteiligten. Die ‚KirchenZeitung‘ wird ihr Mögliches tun, damit ein respektvoller Umgang im öffentlichen Dialog gefördert wird. Der Preis soll kein politischer Kampfpreis sein“, so der Chefredakteur.

Warten auf die Politik

Eine Stellungsnahme von Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer zu diesem Fall gibt es indes noch immer nicht.