Frankreich steht nach dem aktuellen terroristischen Anschlag in Paris vom Donnerstag erneut unter Schockstarre. Gemäß aktueller Ermittlungen soll der polizeibekannte Islamist 39-jährigen Karim C. zwei Polizisten getötet haben. Der „Islamische Staat“ bekannte sich bereits zu der Horror-Tat.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Der Anschlag geschah drei Tage vor den entscheidenden Wahlen in Frankreich. Am kommenden Sonntag wählt Frankreich im ersten Wahlgang sein Staatsoberhaupt. 11 Kandidaten treten an.

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Abschiebung überwachter Ausländer

„Ich fordere die sofortige Abschiebung sämtlicher Ausländer, die von Geheimdiensten überwacht werden“, fordert jetzt die Kandidatin des nationalkonservativen „Front National“, Marine Le Pen.

Sie will sich stärker als der aktuelle Präsident François Hollande (Sozialisten) gegen die Islamisten einsetzen.

Establishment gegen Le Pen

Le Pen werden in aktuellen Umfragen bis zu 22 Prozent der Wählerstimmen prognostiziert. Sie hat gute Chancen, knapp in Führung zu kommen. Sie wird sich aber jedenfalls einem zweiten Wahlgang stellen müssen.

Wie in Österreich hat das gesamte linke und konservative Establishment bereits angekündigt, die Wähler gegen Le Pen zu mobilisieren: nach dem Motto „alle gegen einen“. Diese Methode hat sich schon in Österreich gut bewährt.

Identität, Unabhängigkeit, Einheit

Die politischen Lager in Frankreich sind gespalten, wie in vielen EU-Ländern: Globalisierungs- und Einwanderungsbefürworter, denen die Franzosen völlig egal sind und die von der Spaltung der Gesellschaft profitieren. Dagegen steht Le Pen und ihre patriotische Politik für Frankreich, für Identität, Unabhängigkeit und die Einheit der Franzosen.

Sollte sie Präsidentin werden, will sie Frankreich innerhalb von 5 Jahren neu aufstellen. Einfach wird das nicht. Denn insbesondere der Sozialist Hollande hat das Land ordentlich hinunter gewirtschaftet! In einem 144-Punkte Programm beschreibt Le Pen, wie sie Frankreich wieder zur „Grand Nation“ machen will. Hier einige Highlights daraus:

Referendum über EU-Mitgliedschaft

Le Pen tritt für ein freies Frankreich ein, über die EU-Mitgliedschaft, die sie als Knebelung, empfindet, soll es ein Referendum geben. Ein sicheres Frankreich, in dem der Rechtsstaat für Alle gilt, ein Strafrecht mit Null-Toleranz, Grenzkontrollen, Schluss mit unkontrollierter Zuwanderung und entschiedenes Vorgehen gegen den politischen Islam.

Sie will auch ein erfolgreiches Frankreich, wo die Arbeitsplätze im Land bleiben, neue Unternehmen entstehen und gefördert werden, Realwirtschaft statt Abzocke an den Börsen.

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Stopp unkontrollierter Zuwanderung

Mehr Kaufkraft, Stärkung der Mittelklasse. Le Pen betont, ein gerechtes Frankreich, das die soziale Sicherheit der Franzosen garantiert, zu wollen. Spitäler sollen wieder in der Nähe der Patienten sein, der grassierende Sozialbetrug soll durch biometrische E-Cards verhindert werden.

Ein stolzes Frankreich, mit starker Identität, Vorrang für Franzosen und ihre Sprache, keine EU-Flagge mehr auf öffentlichen Gebäuden. Echte Gleichheit, und daher Abschaffung erzwungener Privilegien für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Ein starkes Frankreich, das man in der Welt respektiert!

Gegen CETA und NATO

Austritt aus der NATO, Sicherstellung einer eigenen Landesverteidigung, Erhöhung des Verteidigungsbudgets um zwei Prozent, das sind die weiteren Forderungen von Le Pen. Ein langlebiges Frankreich, mit eigener, starker Landwirtschaft, keine Teilnahme an CETA. Echte Ökologie durch lokale Produktion, Weiterverarbeitung und Konsum. Ablehnung eines Wirtschaftsmodells, das brutale Globalisierung des Handels und Sozialdumping fördert.

Auf Facebook begeisterte Le Pen mit einem eigenen Wahlkampfvideo, das über zwei Millionen Zuschauer hat und mehr als 30.000mal geteilt wurde:

Hier gibt es das Video mit englischen Untertiteln:

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