Still und leise löschte der ORF ein Sujet, mit dem der Sender Bewerber mit Migrationshintergrund für ein Praktikum gewinnen wollte.

Nanu: War der Aufruf so populär, dass man keine Bewerbungen mehr für das Volontariat in der Sportredaktion aufnimmt – oder wurde die Kritik doch zu massiv? Auf jeden Fall war am Freitag plötzlich das umstrittene Posting von der Facebook-Seite verschwunden. Dort hatte ORF Sport nämlich ein Sujet geteilt, das für Integration von „mehr Menschen mit Migrationshintergrund warb – Wochenblick berichtete.

FPÖ-Mediensprecher kritisiert „Inländerdiskriminierung“

Es dauerte freilich nicht lange, bis es Kritik aus allen Richtungen hagelte. So sprach etwa der freiheitliche Mediensprecher Christian Hafenecker von einer „Inländerdiskriminierung“. In seiner Aussendung am Donnerstagnachmittag forderte er nach dem seiner Ansicht nach „links gedrallten Auswuchs“ Generaldirektor Alexander Wrabetz zur Rücknahme der höchst umstrittenen Ausschreibung auf.

Der neue „inländerdiskriminierende Auswuchs des linksgrünen Biotops am Küniglberg“ zeige zudem die Wichtigkeit der langjährigen blauen Forderung nach einer Abschaffung er ORF-Zwangsgebühren. „Denn es ist an Unverschämtheit nicht zu überbieten, die Mehrheit der autochthonen Österreicher mit den GIS-Gebühren abzukassieren, sie aber von Praktikumsplätzen auszuschließen“, so Hafenecker weiter.

Weitreichendes Diskriminierungsverbot in Österreich

In Österreich herrscht am Arbeitsplatz ein weitreichendes Diskriminierungsverbot. Neben der ethnischen Zugehörigkeit darf man auch wegen seiner Religion oder Weltanschauung, seines Alters, seines Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder einer Behinderung keine Benachteiligung erfahren. Dies gilt sogar, wenn Personen wegen einer Eigenschaft nicht eingestellt werden, die nahestehende Personen wie Ehegatten oder Kinder besitzen.

Diverse Arbeitgeber mussten in der Vergangenheit bereits leidvolle, teure Bekanntschaft  mit dem Diskriminierungsverbot machen – insbesondere dann, wenn der Eindruck entstand, sie hätten bei der Stellensuche nur auf Bewerber ohne Migrationshintergrund Rücksicht genommen. Gut möglich also, dass tatsächlich rechtliche Bedenken beim Rückzieher des ORF eine Rolle gespielt haben könnten..