Am Freitag Nachmittag haben auf dem Linzer Hauptplatz circa 230 mehrheitlich kurdische Teilnehmer demonstriert. Nach der Verhaftungswelle von Türken-Präsident Erdogan gegen Mitglieder der Kurdenpartei HDP kam es auch in Österreich zu lautstarken Kundgebungen.

„Wochenblick“ hat mit der Polizei gesprochen: Demnach sei es vorerst nicht zu Ausschreitungen oder Verhaftungen auf der Demo auf dem Hauptplatz gekommen. Entsprechende Berichte im Internet dementierte die Polizei rasch auf Twitter:

Laut dem Bericht eines Beobachters sollen auf der Demo dagegen unter anderem „Sieg Heil“-Rufe gefallen sein. Ein Heimatreporter, der „Wochenblick“ die Infos zur Demonstration zuspielte, berichtete: „Zahlreiche Teilnehmer brüllten wiederholt ‚Hoch die internationale Solidarität‘, zeigten lautstark ihren Unmut.“  In Wien gab es am Freitag ebenfalls eine Demo von kurdischen HDP-Unterstützern, hier marschierten sogar rund 500 Teilnehmer auf. Dazu mobilisiert hatte auch die „Sozialistische LinksPartei“:

Experten fürchten eine Zunahme ethnischer Krawalle und gewalttätiger Auseinandersetzungen in Österreich!

Hintergrund: Konflikte zwischen Türken und Kurden eskalieren

„Wir sind schon mitten in den Konflikten. Zum Beispiel die Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Österreich“, warnte bereits im Oktober Oberösterreichs Landes-Sicherheitsrat Elmar Podgorschek gegenüber Medienvertretern. Mit der aktuellen Verhaftungswelle gegen die HDP als derzeit wichtigste Kurden-Partei in der Türkei drohen Eskalationen auch in den multikulturell geprägten Ländern Europas. Denn bei einem Verbot der HDP bliebe vielen antitürkisch gesinnten Kurden nur der Weg in den Untergrund.

Bereits heuer kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden – auch in Oberösterreich. So lieferten sich beide Ethnien am Linzer Hauptplatz Ende Juni eine brutale Straßenschlacht. In Wels warfen im August warfen zwei Kurden einen Brandsatz in ein türkisches Vereinslokal, eindringlich warnte die Landesregierung vor einer gefährlichen Eskalation der Konflikte zwischen Türken und Kurden in Oberösterreich („Wochenblick“ berichtete). In Wien kam es ebenfalls zu brutalen Szenen: Im August drangen Kurden gewaltsam in das ORF-Zentrum am Küniglberg ein, wollten eine Ansprache vor laufender Kamera verlesen. Das konnte in letzter Minute verhindert werden.

„Menschen rannten um ihr Leben“

Auch radikale Türken schrecken nicht vor heftigen Attacken zurück: Mitte August wurde eine Kurden-Demo am zentralen Stephansplatz angegriffen, der Ruf „Allahu Akbar“ fiel. „Die Menschen sind um ihr Leben gerannt“, erinnert sich Sonja Prousek, die Chefin der ansässigen Konditorei-Kette „Aida“. Angesichts der Verlagerung türkischer Innenpolitik nach Österreich riet ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz Krawall-Türken bereits zur Heimreise.

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