„Es läuft wieder“, freut sich der Schärdinger „Energy Fitness“-Studio-Betreiber Richard Lackner, bei dem nun wieder die Stammkunden trainieren. Nach der langen, von der Regierung verordneten Sperre ihrer Ertüchtigungsstätte sind auch sie froh, ihre Körper wieder trimmen zu können.

von Kurt Guggenbichler

Angesichts der überraschend guten Klientel-Frequenz huscht erstmals seit langem wieder ein zufriedenes Lächeln über Lackners Gesicht. Der Ärger mit den vollmundig versprochenen und nicht gehaltenen finanziellen Hilfen der Regierung ist zwar nicht vergessen (der „Wochenblick“ berichtete), aber momentan hat er ihn verdrängt.

Vermisster Kundenkontakt

Denn Lackner geht es nicht nur ums Geldverdienen und ums Geschäft, auch wenn dies für ihn lebenswichtig ist. Noch mehr hat ihm der Kontakt mit seinen Kunden gefehlt. Das Gros trainiert mittlerweile doch schon einige Jahre bei ihm im Studio und vermisste Lackner ebenfalls in der Stillstandzeit.

Für viele ist Richard bereits ein geschätzter Ratgeber für ihr persönliches Trimm-dich-fit-Programm geworden. „Ich passe auf“, sagt Lackner, „dass keiner über die Stränge schlägt und sich bei den Übungen übernimmt.“

Lackner baut auf treue Kunden

Bei ihm stimme einfach alles, bestätigt auch Wilhelm Hann (60), ein langjähriger Polizist, der hier schon seit drei Jahren die Hantel schwingt. Nächsten Monat geht er offiziell in Pension, aber zumindest trainingsmäßig noch nicht in den Ruhestand.

„Die körperliche Bewegung während der Corona-bedingten Studio-Sperre habe ich schon vermisst“, sagt Hann, der sich nun wieder zweimal wöchentlich an Lackners Geräten schindet, um fit zu bleiben.

Frühjahrsgeschäft musste entfallen

Diese treuen Seelen braucht Richard auch, weil er mit Neuzugängen in nächster Zeit noch nicht rechnen wird können, wie er sich rea­listisch eingesteht. Die Hauptsaison der Fitness-Studios sei schließlich die Zeit vom Herbst bis zum Frühjahr.

Da die Regierung Lackner diesmal um das Frühjahrsgeschäft gebracht hat, wird er sich demnächst einen Kredit nehmen müssen, um seine Einkommensverluste auszugleichen. Dabei setzt er allerdings nicht auf staatliche Unterstützung und Hilfe, da er mittlerweile weiß, was davon zu halten ist.

Kredit ohne staatliche Absicherung

Er will den Kredit als Geschäftsmann ohne staatliche Absicherung aufnehmen, was für ihn bedeutet, dass sich die Rückzahlungszeit für die Investitionskosten seines Studios um zwei, drei Jahre verlängern werden. „Sonst wäre im nächsten Jahr alles abbezahlt gewesen“, betont Richard.

Die Leute, die bei ihm trainieren, seien sehr diszipliniert, erzählt er, auch was die Einhaltung der Abstände anbelangt. So, findet er, hätte der Betrieb durchaus schon im April und im Mai laufen können.

Zu lange Sperre

Für ihn und seine Kunden sei die Sperre zu lang gewesen. Um nicht einzurosten, hatte sich Stammkunde Wilhelm Hann zu Hause mit einigen improvisierten Übungen über die Runden gebracht. Aber so zu trainieren, sei bei weitem nicht so effektiv wie in einem Fitness-Studio.