Symbolbild

Das bekannte „Bis dass der Tod euch scheidet“, scheint ein afghanischer Asylant etwas zu wörtlich genommen zu haben. Nach dem Beziehungs-Aus mit einer ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin erdrosselte der 29-Jährige seine Ex fast mit einem Schal. Nun musste er sich vor Gericht verantworten.

  • Ein afghanischer Asylwerber und eine Flüchtlingshelferin werden ein Paar
  • Neues Leben: Angeblicher Ex-Polizist ließ Frau und Kinder alleine in Afghanistan zurück
  • Nach Liebes-Aus würgt er die Flüchtlingshelferin mit einem Schal fast zu Tode
  • Würge-Attacke sei „nur Spaß“ gewesen
  • Versuchte Flucht nach Paris
  • Nur durch eine Notoperation konnte Flüchtlingshelferin gerettet werden
  • Afghane angeblich früher Polizist – Rechtfertigung: „Unwissentlich“ Kokain geschnupft
  • Das Urteil: 4 Jahre unbedingt ist noch nicht rechtskräftig

In seiner Heimat sorgte er angeblich für Recht und Ordnung, doch nun landete er in Österreich auf der Anklagebank wegen absichtlicher, schwerer Körperverletzung. Bereits während der großen Flüchtlingswelle 2015/16 flüchtete der afghanische Exekutivbeamte nach Österreich, offenbar um ein neues Leben zu beginnen. Denn seine Frau und seine zwei Kinder ließ er vorsorglich in Afghanistan zurück. In Österreich traf er schließlich sein späteres Opfer, eine ehrenamtliche Flüchtlingshelferin. Beide wurden schließlich ein Paar.

Beziehungs-Auf und Ab

Drei Jahre, von 2017 bis 2020 waren die Beiden liiert, obwohl der 29-Jährige immer wieder die Beziehung beendete. Schließlich hatte die Frau offenbar die Nase voll und beendete von ihrer Seite aus die Liebschaft, weil es immer wieder Eifersuchtsszenen gegeben habe, wenn sie auf andere Männer traf. Mit ihrem Verflossenen blieb sie jedoch weiterhin freundschaftlich verbunden und half ihm auch bei Arzt- und Behördenwegen. Bis zu jenem verhängnisvollen 30. Mai 2021.

Eifersucht wegen Neuem

Inzwischen hatte sie auch eine neue Beziehung, was die Eifersucht des Afghanen verstärkt haben dürfte. Als sie an besagtem 30. Mai in ihrem Heimatort in Niederösterreich nächtens auf einem unbeleuchtetem Radweg unterwegs war, begegnete sie dem ehemaligen afghanischen Polizisten. „Ich habe gemerkt, dass sie Angst hat, daher wollte ich sie mit einem Scherz aufheitern“, so der Angeklagte vor Gericht. Da seiner Ex jedoch die Angst nicht zu nehmen war, würgte er sie mit ihrem Schal. Nur „zum Spaß“ aber immerhin so heftig, das sie bewußtlos wurde und auf den Boden fiel.

Durch Notoperation gerettet

Nach Angaben des Angeklagten musste er die Frau nach dem „Scherz“ reanimieren, damit sie wieder selbständig atmete. Danach trug er sie nach Hause zu ihrer Mutter. Diese rief sofort die Rettung und die Polizei. Die 31-Jährige musste am 4. Halswirbel notoperiert werden. Noch einige Zeit nach der Tat hing ihr ein Arm schlaff herunter. Der Afghane versuchte inzwischen nach Paris zu flüchten, mittels eines europäischen Haftbefehls konnte er jedoch gefasst werden.

Schlecht ausgebildete Fachkraft

Vor Gericht verzieh das Opfer dem Täter: „Es war zwar eine harte Zeit, doch ich habe ihm verziehen, denn ich habe ihn als Menschen schätzen gelernt.“ Gegenüber dem Richter erklärte der Angeklagte, dass er an diesem Tag getrunken und versehentlich Kokain genommen habe. Angeblich sei er mit Freunden unterwegs gewesen und habe einen Line von einem Handy gezogen, ohne zu wissen, dass es sich dabei um Koks handelte. „Als Polizist wissen Sie nicht, was Kokain ist?“, fragte der Richter und zeigte sich darüber ebenso erstaunt wie über den afghanischen Spaß jemanden fast zu erwürgen. Schließlich wurde der 29-jährige Afghane zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt. Nur weil er das Opfer nach Hause getragen habe, sei es nicht zu einer Verhandlung wegen Mordversuchs gekommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das könnte Sie auch interessieren: