Noch ist Netflix der weltweit größte Streaming-Anbieter. Doch das könnte sich bald ändern. Nach der Pädophilie-Kritik am Film „Cuties“, der minderjährige Mädchen in eindeutigen Posen zeigt, muss Netflix herbe Verluste bei den Abonnenten-Zahlen hinnehmen. Als Folge davon stürzte das Unternehmen am Mittwoch an der Börse ab.

Durch die Corona-Krise sah sich Netflix im ersten Quartal noch als großen Gewinner. Viele hatten erst durch die weltweiten Quarantäne-Maßnahmen und einige auch durch den coronabedingten Arbeitsplatzverlust die Notwendigkeit, sich zuhause zu beschäftigen. Die Streaming-Anbieter waren große Profiteure der Krise. So konnte Netflix auch in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres große Zuwächse an Abonnenten verzeichnen.

Absturz nach „Cuties“

So gewann Netflix im ersten Jahres-Viertel noch 15,8 Millionen Abonnenten dazu und im zweiten – ebenso – satte 10,1 Millionen weitere Nutzer. Jetzt, im dritten Quartal, sieht es für Netflix gänzlich anders aus. Nach dem „Cuties“-Skandal im September rasselten die Abonnentenzahlen in den Keller. In dem umstrittenen Film werden minderjährige Mädchen in eindeutig sexuellen Posen dargestellt. Netflix argumentierte, dass es sich bei dem Film um eine Kritik an Frühsexualisierung und nicht – wie von vielen kritisiert – etwa um Werbung für Pädophilie handelt. Weltweit reagierten Eltern empört.

Im dritten Quartal (Juli, August, September) konnte Netflix nur noch 2,2 Millionen neue Abonnenten für sich gewinnen:

Börsenabsturz durch Abo-Verlust

Nachdem die internen Prognosen des Unternehmens mit nur 3,32 Millionen neuen Abonnenten für das Quartal bereits besonders niedrig bemessen waren, stürzte Netflix mit nur 2,2 Millionen Neu-Abos weiter ab, als gedacht. Durch den Absturz bei den Abonnenten-Zahlen fiel am Mittwoch der Aktienkurs für Netflix um mehr als 6%. Dennoch bleibt Netflix vorerst mit seinem Noch-Marktwert von 231,7 Milliarden Dollar weltweit führend im Streaming-Bereich.