Den Franzosen reicht es: Nachdem der Lehrer Samuel Paty von einem Islamisten geköpft wurde, gingen am Wochenende Zehntausende für die Meinungsfreiheit auf die Straße. Präsident Macron sprach sichtlich angeschlagen von einem „Angriff auf die Werte der Republik“. Der Islamist hatte ihn als „Anführer der Ungläubigen bezeichnet“. Jetzt will die französische Regierung durchgreifen.

Am Freitag köpfte ein 18-jähriger Tschetschene den Geschichtslehrer Samuel Paty. Dieser hatte seinen Schülern zuvor das Thema Meinungsfreiheit näherbringen wollen und deswegen Mohammed-Karikaturen gezeigt. Einigen muslimischen Schülern gefiel das nicht und so führte die Unterrichtsstunde über Meinungsfreiheit direkt zu einer Fatwa (= islamisches Strafurteil).

Vater von Schülerin sprach Todesurteil aus

Eine der Schülerinnen berichtete ihrem Vater vom Unterricht über Meinungsfreiheit und die Mohammed-Karikaturen. Der Vater – ein islamistischer Prediger – sprach daraufhin in seiner islamistischen Gemeinde eine Fatwa gegen den Lehrer Samuel Paty aus. Bei der Fatwa handelt es sich um ein Strafurteil aus der islamistischen Rechtsprechung. Sie ist oftmals ein Todesurteil.

Asylant schnitt ihm den Kopf ab

Wie der französische Innenminister, Gerald Darmanin, bekanntgab, war es der 18-jährige, tschetschenische Asylant Abdullah A. der der Todesfatwa folgte. Er überwältigte den Lehrer auf offener Straße und schnitt ihm mit einem Messer den Kopf ab. Seit Frühling genoss der islamistische Tschetschene einen Asylstatus in Frankreich.

Jetzt muss Macron zittern

Auf seinem Twitter-Account hinterließ Abdullah A. die Botschaft: „Im Namen Allahs, des Gnädigsten, des Barmherzigen …an Macron, den Anführer der Ungläubigen, ich habe einen Ihrer Höllenhunde hingerichtet, der es wagte, Mohammed zu erniedrigen.
Emanuel Macron zeigte sich in einer Fernsehansprache vom Tatort aus sichtlich angeschlagen und sprach von einem „eindeutig islamistischen Terroranschlag“ und einem „Angriff auf die Werte der Republik“. 

Bereits hunderte Tote durch Anschläge

Seit 2012 wurden in Frankreich mindestens 22 islamistische Terroranschläge verübt. Dabei starben 267 Menschen.
Letztes Wochenende demonstrierten zehntausende Franzosen für die Meinungsfreiheit und solidarisierten sich mit Frankreichs Lehrern. Viele von ihnen waren selbst Lehrer, die erst durch das Attentat sensibilisiert wurden.

Jetzt will die Politik durchgreifen

Innenminister Gerald Darmanin kündigte an, dass Frankreich 231 Islamisten demnächst ausweisen werde. Davon befänden sich bereits 180 im Gefängnis. Nach 51 weiteren fahndet die französische Polizei derzeit auf Hochtouren. Laut Darmanin sollen sie in den nächsten Stunden festgenommen werden. Außerdem seien seit der Ermordung des Lehrers „mehr als 80 Ermittlungen“ wegen Online-Hasses eingeleitet worden.