Die Nachwehen der polarisierenden Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen haben das nächste Opfer gefordert: Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wirft das Handtuch. 

Wie die Welt berichtet, erklärte „AKK“ am Montagmorgen im Präsidium, dass sie den Parteivorsitz abgeben möchte. Sie will nur mehr die Kür eines Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021 beaufsichtigen und ihren Posten dann räumen. Selbst möchte sie die Spitzenkandidatur ebenfalls nicht ausfüllen. Als Mitgrund für den überraschenden Schritt gilt der in den letzten Tagen entbrannte Richtungsstreit in der Union.

Richtungsstreit in Partei – Rückfall in Umfragen

Kramp-Karrenbauer kritisierte vor dieser Ankündigung noch, dass Teile ihrer Partei offenbar ein ungeklärtes Verhältnis zur AfD und zur Linken besäßen, so Welt-Reporter Michael Müllenweber. Allerdings dürfte auch der eklatante Rückfall der Beliebtheitswerte von CDU samt Parteichefin ihren Teil beigetragen haben. So fiel die CDU infolge des Hickhacks in einer Umfrage einer „Forsa“-Meinungsumfrage auf 12 Prozent zurück – ein absoluter Tiefstwert in ihrem einstigen Kernland Thüringen.

Auch in CDU: Immer mehr Rücktritte

In den vergangenen Tagen hatte es eine Reihe von Rücktritten gegeben. Nicht nur der auch mit Stimmen von AfD und CDU gewählte Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) kündigte seinen vorzeitigen Rückzug an, sondern auch der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring. Schließlich legte Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Christian Hirte, dem Ostbeauftragten der Bundesregierung den Rücktritt nahe, weil dieser Kemmerich auf Twitter zu seiner Wahl gratuliert hatte.