Nach nur drei Tagen im Amt hat der neugewählte Ministerpräsident Thüringens, Thomas Kemmerich sein Amt zurück gelegt. Der Druck aus Politik und Mainstream-Medien war offenbar zu groß.

Für Aufregung bei den Establishment-Parteien sorgte der Zug der AfD-Fraktion rund um die Wahl des neuen Ministerpräsidents von Thüringen. Bisher regierte eine Rot-Rot-Grün-Koalition unter Bodo Ramelow (Die Linke). Um das Weiterführen dieses extrem linken Kurses zu verhindern, stimmten die Abgeordneten der AfD nicht für den eigenen aufgestellten Kandidaten, sondern für den Liberalen Thomas Kemmerich.

Linksradikale Drohungen

Infolge von Kemmerichs überraschenden Wahlsieges hagelte es hysterisch Kritik von allen deutschen Parteien. Er nahm eine Wahl an, die auch mit Stimmen der AfD gewonnen wurde – laut den Mainstream-Medien und Linkspolitikern ein Tabu-Bruch. Aber nicht nur von Politik und Medien musste sich der FDP-Politiker einiges gefallen lassen. Er und seine Familie mussten nach massiven, mutmaßlich linksextremen Drohungen unter Polizeischutz gestellt werden. Indes beschmierten Unbekannte auch FDP-Parteibüros mit linken Parolen.

Die eigene Parteispitze unter Patrick Lindner ließ Kemmerich ebenfalls fallen. Von der Großen Koalition in Berlin hieß es, die Wahl Kemmerichs mit den Stimmen der AfD sei ein „unverzeihlichen Vorgang“. Als Konseqenz forderten sie den Rücktritt Kemmerichs und Neuwahlen. Dieser zog nun den Hut und gab das Amt, nach nur drei Tagen wieder ab.

Auch der CDU-Beauftragte für die Ost-Bundesländer musste gehen. Christian Hirte, wurde nach einem Glückwunsch-Tweet an Kemmerich entlassen.

Alle gegen die AfD

Nun bemühen sich die Alt-Parteien um einen gemeinsamen Kandidaten für die Neuwahl. Von der Bundes-CDU kam bereits der Vorschlag, einen Grünen öder SPD-Politiker als Ministerpräsidenten zu nominieren, der dann auch für die CDU wählbar wäre. Diese hat sich bisher geweigert einen Politiker der Linken zu wählen. Aber auch für diese Position hagelte es Kritik, da man den „rechten Rand“ nicht mit der Linken vergleichen könne.

Ob die CDU diese harte Linie weiter fährt, bleibt abzuwarten. Kritiker befürchten, dass sich die Christlich-Sozialen abermals für eine „alle gegen die AfD“-Politik hergeben werden und auch einem Ministerpräsidenten der Linken zustimmen. Viele konservative CDU-Wähler müssten dann sicherlich zweimal schlucken – so machte Ramelow erst im letzten Jahr mit dem Sager auf sich aufmerksam, dass der Begriff „Unrechtsstaat“ für dei DDR „problematisch“ sei.