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Der Anwalt des Opfers, Ewald Stadler, kritisiert das Urteil der zwei Schöffen entschieden.

Was musste dieses Mädchen alles ertragen? Ihr beinahe unfassbares Schicksal bewegte vor knapp zwei Jahren ganz Österreich. Zwei Asylwerber aus Afghanistan respektive aus Somalia sollen die damals 15-Jährige in Tulln angeblich vergewaltigt haben. DNA-Spuren wurden sichergestellt, Kratzspuren und eine aufgeschlagene Lippe dokumentiert. Ein Teilgeständnis lag beim Prozess ebenfalls vor. Gutachter erachteten die Schilderungen des jungen Mädchens, das unter Geschlechtsdysphorie gelitten hatte und sich als im falschen Körper geboren fühlte, als glaubwürdig und schlüssig.

Trotzdem wurde das Asyl-Duo von einem Senat bestehend aus zwei Berufs- und zwei Laienrichtern freigesprochen („Wochenblick“ berichtete). Bei den beiden Laienrichtern soll es sich um Lehrer gehandelt haben. Jetzt ist das Mädchen tot. Gestorben an einer Hirnhautentzündung.

Ewald Stadler im „Wochenblick“-Gespräch

Der „Wochenblick“ erreichte ihren damaligen Rechtsvertreter, Ewald Stadler Montagvormittag am Telefon. „Es ist ihr sehr schlecht gegangen“, erzählt er über seine ehemalige Mandantin. Mit ihrer Familie hält er bis heute Kontakt. „Sie hat das nie verwunden, was ihr da passiert ist. Es ging ihr ja von Anfang an nicht besonders gut, dann der Vorfall mit den Asylwerbern. Und vor allem das Unrecht, das ihr ihrer Meinung nach durch den Freispruch angetan worden war“, schildert Stadler den Gemütszustand eines jungen Mädchens, das in ihrem viel zu kurzen Leben viel zu wenig Glück gehabt hatte.

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Der Ex-Politiker und Anwalt des Opfers Ewald Stadler half dem gepeinigten Mädchen. Nun ist sie tot.

Afghane bekam 6.300 Euro Entschädigung

„Spaß“ hätten sie mit ihr schon gehabt, gab das Asyl-Duo vor Gericht zu. Das Opfer selbst hätte aber das Marihuana mitgebracht. Beim Mädchen wurden aber weder im Blut noch im Harn spuren von Drogen festgestellt. Sie hätte alles gewollt, auch den Sex. Freispruch im Zweifel. Die Asylwerber gingen frei. Der Afghane wurde mit mehr als 6.300 Euro für seine Untersuchungshaft entschädigt.

Eine angeordnete Abschiebung wurde nie durchgeführt. „Gut möglich, dass beide noch in Österreich sind. Einer von ihnen mit Sicherheit“, bestätigt Stadler am Telefon. Das Opfer fühlte sich hingegen völlig im Stich gelassen und auch falsch verstanden. „Sie kam von Therapie zu Therapie“, erzählt Stadler und konstatiert abschließend: „Es ist furchtbar, was diesem Mädchen angetan wurde“…

Das Ende eines unglücklichen Lebens

Samstagnachmittag klagte sie über unerträgliche Kopfschmerzen, kam vorsorglich ins Krankenhaus und sollte dieses nie wieder lebend verlassen. Die 17-Jährige erlag einer schweren Meningitis-Infektion.