Die Big-Tech-Zensur soll einschneidenden Schaden bei den Betroffenen anrichten – gerade wenn es sich um als „alternativlos“ geltende Quasi-Monopolisten wie Facebook, YouTube oder PayPal handelt. Am Dienstag leistete sich der US-Bezahldienst PayPal einen üblen Anschlag auf die Pressefreiheit, indem er dem unabhängigen TV-Sender AUF1 einerseits das Vereinskonto kündigte – und dies zusätzlich auch bei dem Privat- und Firmenkonto seines Chefredakteurs Stefan Magnet durchsetzte. Für PayPal könnte dies aber nun zum Eigentor werden: Denn immer mehr Kunden wenden sich aufgrund dieser Praxis vom Bezahl-Riesen ab. 

  • Welle der Solidarität erreicht AUF1 nach versuchtem Schlag gegen die Pressefreiheit
  • Immer mehr Firmen, Vereine und Privatpersonen kündigen ihre Konten bei PayPal
  • Der Online-Bezahldienst beauftragte eine fragwürdige US-NGO damit, Konten für die Löschung zu empfehlen
  • Sperren gegen kritische Angebote sind keine Neuheit – aber durch Solidarität könnte die Löschpraxis für PayPal zum Bumerang werden

Nach AUF1-Sperre: Kunden schließen PayPal-Konto

Wochenblick berichtete über die unglaublichen Vorgänge, mit denen Paypal – offenbar auf Zuruf einer umstrittenen US-NGO – das erfolgreiche Medien-Startup mundtot machen will. Seitdem kam es zu einer Welle der Solidarität mit dem kritischen Sender, wie die AUF1-Verantwortlichen auf Anfrage bestätigen. Viele Seher machen von der Möglichkeit, den auf Crowdfunding-Basis finanzierten Sender direkt zu unterstützen (Empfänger: Verein für unabhängige Medienvielfalt; IBAN: AT50 2032 0321 0058 6713; BIC: ASPKAT2LXXX) – und man habe jede Menge aufmunternder Nachrichten erhalten. Auch den Wochenblick erreichen seitdem zahlreiche Zuschriften, die sich dafür bedanken, dass wir dabei halfen, den versuchten Schlag gegen die Pressefreiheit aufzudecken.

Immer mehr Personen, welche die Vorgänge für unerhört halten, bekunden ihre Absicht, mit einem solchen Bezahldienst nicht länger zusammenarbeiten zu wollen. Sie schließen freiwillig ihre Privat-, Geschäfts- und Vereinskonten, um ein Zeichen gegen die galoppierende Zensur zu setzen. PayPal hatte erst vor Kurzem angekündigt, mit der umstrittenen „Anti Defamation League“ zusammenzuarbeiten, um vermeintliche Verstöße gegen seine Richtlinien zu „Hass und Extremismus“ zu ahnden. Spätestens dieser Woche ist klar: Es geht offenbar nicht darum, wirklich gefährliche Gruppen anzugreifen – sondern darum, freie Medien in ihrer Berichterstattung zu behindern. 

Wird Lösch-Wut letztendlich zum Bumerang?

Die Praxis von PayPal, unliebsame Akteure auszugrenzen, ist keine Neue. So sperrte der Bezahldienst etwa dem deutschen Kleinverlag „Jungeuropa“ im Jahr 2019 das Konto – laut der Grazer Tagesstimme seinerzeit auch ohne Angabe von Gründen. Der Verlag illustrierte damals, wie einschneidend ein solcher Vorgang sei. Im vorausgehenden Geschäftsjahr hatte der vor allem für seine Theoriewerke rechtsintellektueller Experten sowie Romane und Novellen patriotischer Autoren bekannte Verlag laut eigenen Angaben 40 Prozent seines Umsatzes über PayPal-Zahlungen erwirtschaftet. 

Dass der Bezahldienst also in der Lage ist, dem Zeitgeist gegenüber kritischen Stimmen große Steine in den Weg zu legen, ist unbestritten. Allerdings stellt sich infolge der breiten Löschpraxis die Frage: Überspannen die Big-Tech-Giganten den Bogen mit ihrer Lösch-Praxis langsam? Auch YouTube rühmt sich mit der Sperrung von zigtausenden Konten, denen es „Hassrede“ vorwirft sowie mit der Zensur maßnahmenkritischer Experten. Diese suchten sich alternative Plattformen und erfreuen sich dennoch breiter Reichweite. Gut möglich, dass also auch PayPal mit weiteren unnachvollziehbaren Sperren zahlreiche Kunden verliert, denen die freie Meinung wichtiger ist als die vermeintliche Universalität eines Zahldienstes… 

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