ulrike lunacek
Konnte die Grünen vorerst nicht mehr retten: Ulrike Lunacek.

Nach dem Debakel der Grünen bei den Nationalratswahlen herrscht in der Partei helle Panik. Laut dem aktuellen Endergebnis des Bundesinnenministeriums schafft es die Partei nur auf 3,8 Prozent, verpasst so äußerst knapp den Wiedereinzug in den Nationalrat.

Die grüne Bundessprecherin Ingrid Felipe hat bereits ihren Rücktritt aus dem Parteivorstand erklärt.


Neuer Grünen-Chef könnte laut ersten Prognosen der bisherige Vizeklubchef Werner Kogler werden.

Lunacek zieht sich zurück

Sie will sich nun auf ihre Arbeit als Tiroler Grünen-Chefin konzentrieren. „Wenn man als grüne Partei nicht mehr dem Nationalrat angehört, kann man nur sagen, die schwierige Mission ist gescheitert“, betonte sie.

Die einstige Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek will sich laut APA-Informationen aus der Politik zurückziehen. Die bisherige EU-Abgeordnete hatte sich bereits in Brüssel verabschiedet, muss aber nun auch auf ein Mandat im Nationalrat verzichten.

Mega-Finanzloch

Auch in finanzieller Hinsicht erweist sich der gescheiterte Wiedereinzug für die Grünen als Katastrophe. Denn somit würden 8,9 Millionen Euro Fördergelder (Stand 2016) auf Bundesebene wegfallen.

Zugleich muss die umstrittene Partei Millionenschulden aus dem Wahlkampf begleichen. Besonders erschwerend: Wegen des teuren Präsidentenwahlkampfs für Alexander Van der Bellen hatte die Partei schon mit einem Minus von 1,3 Millionen Euro begonnen, wie Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik bereits im August betonte.

Van der Bellen angelobt
Beim Intensiv-Wahlkampf für Alexander Van der Bellen haben die Grünen sehr viel Geld investiert.

Jetzt sollen die grünen Landesverbände die größten Finanzlöcher stopfen! Die vom Steuerzahler finanzierte, staatliche Einmalzahlung von 2,50 Euro pro Stimme dürfte jedenfalls nicht zur Deckung der grünen Schulden genügen.

Antifa-Projekt vor dem Aus

Das Grünen-Aus bedeutet für viele Mitarbeiter die Kündigung: Laut aktuellen Informationen sollen bald 110 Mitarbeiter ihren Hut nehmen.

Auch das umstrittene Prestige-Projekt „Stoppt die Rechten“, dem Kritiker immer wieder publizistische „Jagd auf Andersdenkende“ vorwarfen, steht nun vor dem Aus!

Denn die Medieninhaberin und Eigentümerin der laut Eigenbeschreibung „Antifaschistischen Webseite“ ist die „Grüne Bildungswerkstatt“ (GBW). Diese wurde bisher – ebenso wie der Grünen-Parlamentsklub – großzügig vom Steuerzahler gefördert.

karl öllinger stoppt die rechten
Der Grünen-Politiker Karl Öllinger muss nicht nur seinen Sitz im Nationalrat räumen, sondern unter Umständen auch das umstrittene Projekt „Stoppt die Rechten“ aufgeben.

Öllinger: „Herzensgüte eines GULAG-Kommandanten“

„Mit Sicherheit kann sie (die Seite stopptdierechten.at, die Redaktion) nicht mehr in der bisherigen Form weitergeführt werden und wenn sich nicht ein großzügiger neuer Betreiber oder eine neue politische Struktur findet, die das Projekt trägt, muss die Seite sogar vom Netz genommen werden“, betonte jetzt Betreiber Karl Öllinger, der bisher auch für die Grünen im Nationalrat saß.

Öllinger selbst gilt als stark umstrittene Person. Kritiker werfen ihm vor, Andersdenkende und FPÖ-Anhänger gezielt zu denunzieren. Öllinger habe die „Herzensgüte eines GULAG-Kommandanten“, heißt es sogar in dem freiheitlichen Magazin „Die Aula“.

„Betrinken uns“

Unabhängig von der Zukunft ihrer außerparlamentarischen Projekte ist die Verbitterung bei den Grünen jedenfalls so oder so groß.

Auf Twitter schrieb am Montag eine Mandatarin, man würde sich auf dem Balkon vom „noch-grünen Parlamentsklub“ betrinken.