Der „Wochenblick“-Bericht über die Reha-Patientin Nadia C., die mit einer streng gläubigen, türkischen Muslima ein Zimmer im Reha-Zentrum St. Georgen/Attergau am Kogl, teilen musste, hat Wirkung gezeigt: Nadia hat am Sonntag ein anderes Zimmer bekommen.

Die Reha-Leitung sprach von „Wiedergutmachung“ und bot ihr auch eine Verlängerungswoche im Haus an.

Reha-Primar um Wiedergutmachung bemüht

Wie Nadia, die aus Kroatin stammt, aber schon seit 40 Jahren Österreicherin ist, dem „Wochenblick“ mitteilte, gab es am Sonntag ein Gespräch mit dem ärztlichen Leiter, Dr. Michel Angelo Mrach und dem Primar der Anstalt, dem Orthopäden Dr. Josef Hochreiter.

Der Primar, der übrigens mit seinem Bruder das Sanatorium 2016 gekauft hat, nachdem es dort finanzielle Turbulenzen gab, teilte ihr die gute Nachricht mit: Sie bekomme ein anderes Zimmer, gemeinsam mit einer Österreicherin.

Als „Wiedergutmachung“ sei man auch gerne bereit, für sie einen Antrag auf Verlängerung der Reha um eine Woche zu stellen. Dieses, sehr gut gemeinte, Angebot musste Nadia aber leider aus Zeitgründen ablehnen.

Diskriminierung im Namen der Religion

Sie habe dem Primar alle Details ihres Zusammenwohnens mit der Muslima geschildert und dass sie ständig unter Vollspannung stand. Im Gespräch sei erneut darauf hingewiesen worden, dass es bei dem Konflikt eben um religiöse Gewohnheiten gehe. Nadia habe dieses Argument kategorisch abgelehnt. Religion sei Privatsache, sagte sie.

Bezüglich der Badebekleidung der Muslima bei der Unterwassertherapie habe sich nichts geändert, teilte Nadia dem „Wochenblick“ mit. Im Gegenteil. Im Gespräch mit einem Reha-Patienten erfuhr sie, dass es bei einer Informationsveranstaltung in kleiner Runde hieß, diese Bekleidung (Leggings, T-Shirt-Kleid, Kopfbedeckung) sei hygienisch nicht bedenklich. Die Frage des Patienten, ob auch er diese Kleidung tragen dürfe, wurde verneint.

Viele „Wochenblick-Leser berichten über ähnliche Erfahrungen

Unzählige Reaktionen auf den „Wochenblick“-Bericht zeigen: Erlebnisse, wie jene von Nadia C. sind kein Einzelfall in Österreich oder Deutschland. Der Wochenblick lädt daher persönlich Betroffene ein, sich in der Redaktion unter: [email protected] zu melden. Denn hier geht es um das unverschämte Aufstellen einseitiger Regeln und eine Ungleichbehandlung im Namen der Religion.

Wie bekannt ist, wurden in Österreich Kreuze aus dem öffentlichen Raum verbannt. Weil Religion und Staat zu trennen sind. Muslime berufen sich allerdings auf ihre Rechte mit zugehörigen Symbolen im Sinne der Religionsfreiheit. Dazu zählen Verschleierung aber auch Ganzkörperbedeckung in öffentlichen Schwimmbädern. Letztere bleibt – wie man hört – nicht-muslimischen Österreichern verwehrt.