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Mit einem Enthüllungsbericht zu Christian Kerns PR-Supergau als Pizzabote sorgte der "Wochenblick" bei anderen österreichischen Medien für Aufsehen!

Ein Video, in dem SP-Bundeskanzler Christian Kern als Pizzabote auftrat, sorgte im Internet für viel Aufsehen. Zahlreiche Boulevardzeitungen berichteten darüber wohlwollend, lobten die vorgebliche Bürgernähe. Doch nach einer „Wochenblick“-Recherche stellte es sich heraus, dass gleich der erste von Kern besuchte, vermeintliche „Mann aus dem Volk“ ein Öffentlichkeitsreferent im SPÖ-geführten Sozialministerium ist!

Nach dem „Wochenblick“-Bericht hagelte es viel Spott und Häme für den von Facebook-Nutzern jetzt gerne „Pizza-Kanzler“ genannten Kern.

ÖVP: „Gestellte Überraschungsbesuche“

Der Koalitionspartner schien von dem Video jedenfalls nicht sehr begeistert zu sein. Die ÖVP sparte nicht an Kritik, fand wenig Gefallen an dem Pizza-Video.

„Der Kanzler bleibt im Video seiner Linie von 95 Prozent Inszenierung treu. Die für jedermann erkennbar gestellten Überraschungsbesuche – zufällig auch bei SPÖ-Mitarbeitern – zeigen klar, dass der Kanzler mittlerweile mehr Freude am Wahlkampf als an der Arbeit für die Republik hat“, ließ die schwarze Zentrale in Wien verlautbaren.

Strache: „Inszenierung“

FPÖ-Boss Heinz-Christian Strache verwies auf Facebook unter Verlinkung unseres Artikels auf ein Kern-Zitat vom Jänner:„95 Prozent der Politik besteht aus Inszenierung.“ Zudem kritisierte er Kern für seine mangelnde Glaubwürdigkeit als „Anwalt der Bürger“. „Herr Kern, die Menschen wollen einen Bundeskanzler, der ihre Alltagsprobleme löst, anstatt sich nur selbst zu inszenieren“, unterstrich Strache erbost.

Spott auch in OÖ

In Oberösterreich griff der dortige FP-Chef Manfred Haimbuchner Kerns Pizza-Video auf:

Lugar: Kern soll endlich richtig arbeiten

„Team Stronach“-Klubobmann Robert Lugar widmete der Pizza-Panne sogar ein eigenes Video. „Unser Kanzler macht sich Sorgen um die Versorgung seiner Parteifunktionäre mit Pizza“, spottet Lugar. Hingegen seien die explodierende Kriminalität, die Flüchtlingslawine und die hohe Arbeitslosigkeit offenbar keine vordergründigen Probleme für Kern:

„Team Stronach“ stellte Anfrage

Lugars Partei brachte außerdem eine parlamentarische Anfrage zum umstrittenen SPÖ-Video ein.

„Fraglich ist, ob es sich um eine Parteikampagne oder etwa um ein Werbevideo für den Kanzler handelt. Die ganze Sache erinnert an die Vorwürfe gegenüber dem BZÖ in Kärnten, wo Landesmittel für den Wahlkampf missbraucht worden sind“, heißt es in der „Team Stronach“-Anfrage.

Fake-Vorwurf an Kern

Medial sorgte die Enthüllung ebenfalls für reichlich Wirbel. So berichtete die Krone unter dem Titel „Kerns Pizzen riechen nach Fake“ über den PR-Fehltritt, „Krone Multimedia“-Chefredakteur Richard Schmitt spottete auf Twitter:

„Schiefe Optik“

Auch das Boulevard-Portal oe24.at berichtete unter dem Titel „Kanzler Kern als Pizzabote nur Fake?“. „Zufall oder Fake? Eine schiefe Optik bleibt in jedem Fall. Zufall oder Fake? Eine schiefe Optik bleibt in jedem Fall“, fragen die Netz-Journalisten von oe24.at neugierig.

Auch Journalisten berichteten kurze Zeit später über die Mega-Panne, darunter auch Fabian Schmid vom „Standard“:

Auch der ehemalige BZÖ-Mitarbeiter und PR-Profi Heimo Lepuschitz wies auf die peinliche Panne hin:

SPÖ versichert: „Alle wurden überrascht“

Für Erstaunen unter Internet-Nutzern sorgt indes die Reaktion der SPÖ. „Ein Politik-Video in der Form gab’s in Österreich noch nie. Wir haben eine Schallmauer durchbrochen“, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler am Donnerstag. Das Pizza-Video habe bereits über 500.000 Zuschauer erreicht.

Indes beteuern die Sozialdemokraten, es handele sich keineswegs um eine Fake-Aktion. „Niemand der besuchten Personen wusste, dass der Bundeskanzler kommt. Alle im Video vorkommenden Menschen sind Kunden der Pizzeria ‚That’s Amore‘ in Wien-Landstraße und alle wurden überrascht, das ist an den Gesichtern der Menschen auch deutlich zu erkennen“, betont die SPÖ in einer offiziellen OTS-Aussendung.

Bereits am Mittwoch hatte der ATV-Journalist Martin Thür bereits am Nachmittag auf Twitter leise Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Pizza-Videos geäußert. Die SPÖ reagierte wenig später:

Nach "Wochenblick"-Enthüllung: So lacht das Netz über Kerns Pizza-Panne 1

Viele Nutzer fühlen sich betrogen

Bei den Bürgern sorgte das Video des Pizza-Kanzlers oft nur für verhaltene Zustimmung. Während sich Kern-Fans trotz aller Fake-Vorwürfe weiterhin enthusiastisch gaben, kritisierten deutlich mehr Facebook- und Twitter-Nutzer die SPÖ scharf.

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Auch der Besuch Kerns bei einem Mitarbeiter eines SPÖ-Ministeriums stößt auf wenig Gegenliebe:

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Kreativität im Netz

Nach wie vor bleibt die Kreativität im Netz angesichts der Pizza-Panne ungebrochen. Für Lacher auf Facebook sorgt beispielsweise diese originelle „Pizza-Speisekarte“:

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