Das Abenteuer ist zurück. Auch auf dem Dachstein, der herausfordernden Lieblingsdestination vieler Wanderer und Extremsportler, regt sich nun – nach dem wochenlang verordneten Stillstand wegen der sogenannten Corona-Gefahr –wieder neues Leben.

von Kurt Guggenbichler

Im kleinen Kreis haben kürzlich die Veranstalter des sogenannten „Dachstein-Rush“ für den eigentlichen Triathlon am 27. und 28. August schon einmal geübt. Auf dieses Datum hatte man die eigentliche, große Dachstein-Rush-Challenge wegen der Corona-Krise verschoben.

Doch Veranstalter Hans-Peter Kreidl konnte es gar nicht erwarten, loszulegen und hat die erste Gelegenheit Anfang Juni auch genutzt. Mit einer Schar gleichgesinnter Athleten, 15 an der Zahl, bezwang er den Berg, den „höchsten Oberösterreicher“, auf der Originalstrecke: als Radler, Bergwanderer und Skifahrer.

Angeführt wurde das in Bad Schallerbach gestartete Feld der Mountainbiker von Profi Lukas Kaufmann. Nachdem zunächst strampelnd 130 Kilometer zurückgelegt wurden, nahmen die Sportler den Aufstieg zum ersten Etappenziel, dem Wiesberghaus in 1.872 Metern Höhe, in Angriff. Dabei wurden 1.300 Höhenmeter in drei Stunden bewältigt.

Ankunft bei Gewitter

„Dieser Aufstieg ist lang und fordernd“, betont Kaufmann, der abseits des Weltcups auch gut zu Fuß unterwegs ist und über die Dachstein-Tour schwärmte: „Das ist sicher einer der schönsten Aufstiege.“

Vom Wiesberghaus ging es danach auf Tourenskiern weiter in Richtung Gipfel. Bei heftigem Wind und strömendem Regen erreichten die Teilnehmer schließlich die Simonyhütte in 2.205 Metern Höhe. Der Gipfelsturm musste wegen eines einsetzenden Gewitters leider abgeblasen werden.

Nun freuen sich alle schon auf die Herausforderung im August. Zwischenzeitlich können Dachstein-Fans ihren Berg und seine Umgebung von einer ganz anderen Seite erleben, und zwar völlig gefahrlos und ohne Anstrengungen. Denn „Servus TV“ berichtet am Freitag (26. Juni) in seiner Sendung „Heimatleuchten“ über den Sommer am Dachstein, der von allen drei Bundesländerseiten aus betrachtet wird.

Alm als Refugium

Dabei begegnen die Fernsehzuschauer dem schreibenden Hirten auf der Grafenberg­alm, wo der Schriftsteller Bodo Hell nun schon seit mehr als 40 Jahren sommers als Viehhirte wirkt. Sie treffen auch die Autorin Marlene Loidl, die Kriminalromane schreibt, wenn sie nicht gerade auf der Plankenstein­alm ihrer Sommerbeschäftigung als Noriker-Pferde-Hirtin nachgeht.

Am Hauser Kaibling ist der Schafhirte Franz Secklehner mit mehr als 800 Tieren unterwegs, und auf der Bachalm mixt Latschenbrenner Georg Steiner einen wohltuenden Gesundheitstrank, wobei er nur von den Murmeltieren beobachtet wird.
Kein Zweifel: Auch in der Dachstein-Region ist das Leben wieder zurückgekehrt.