In die vergangene Woche fiel der sogenannte „Earth Day“. Für die üblichen Verdächtigen war dies ein weiterer Anlass, sich zu Wort zu melden und zu versuchen, uns einen radikalen Umbau der Welt unter dem Deckmantel des Klimaschutzes schmackhaft zu machen. In Wirklichkeit geht es der unheiligen Allianz aus grünen und vermeintlich „bürgerlichen“ Politikern aber darum, die globalistische „Agenda 2030“ und den „Great Reset“ in allen Facetten voranzutreiben. 

Kürzlich preschte die heimische Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) mit ihrem Vorschlag für ein Klimaschutzpaket voran. In den nächsten 20 Jahren soll es keine Öl- oder Gasheizungen mehr geben und insgesamt soll der CO2-Ausstoß bis 2030 um die Hälfte sinken. Wird dieses Ziel verfehlt, so droht ein Anstieg der Mineralölsteuer. Dies interpretierte die Öffentlichkeit weitgehend als eine Spitze gegen den ex-staatlichen Mineralölkonzern OMV, der sich im Moment im Clinch mit den Grünen und einem linken Investigativ-Magazin befindet. Dabei darf aber nicht aus dem Augen verloren werden: Das Ganze ist ebenso Teil einer größeren Agenda.

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„Nachhaltige“ Mobilität als Vorbote totaler Enteignung

Gewessler machte schon seit Längerem keinen Hehl daraus, die in den Hinterzimmern der Globalisten-Treffen in Alpbach und beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ersonnene „Agenda 2030“ zu unterstützen. WEF-Gründer Klaus Schwab gilt als Architekt des „Great Reset“ – einem gesamtheitlichen Umbau der Welt im Sinne der Eliten, seine Stiftung prophezeite bereits vergangenen Herbst, dass die Bürger bis ins Jahr 2030 über gar keinen Privatbesitz mehr verfügen würden. Unlängst legte Schwab nach und erklärte, dass es wohl nie wieder die alte, gewohnte Normalität geben werde.

Wochenblick berichtete bereits über die Enteignungspläne Gewesslers mit dem Privatauto als Dreh- und Angelpunkt. Wie sie verficht auch Annalena Baerbock den Plan, ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen und hohe CO2-Steuern einzuheben. Beides träfe ländliche Regionen und einfache Bürger weitaus härter als große Unternehmen mit einem schweren ökologischen Fußabdruck. Geschieht die schleichende Entmündigung und Enteignung des einfachen Bürgers etwa mit Kalkül?

Übler Plan: Digitales Feedbacksystem statt Demokratie

Denn es ist nicht der einzige Punkt, an dem die Vorstellung der besitzlosen Zukunft vorkommt. Der Vortrag eines Aktivisten eines finnischen Thinktanks schaffte es im Jahr 2017 sogar in die „Smart City Charta“ des deutschen Umweltministeriums (Seite 43). Obschon der Impulsvortrag eine Einzelmeinung darstellte, verblüfften die Vorstellungen. Roope Mokka brachte dabei seine Vorstellung einer „Smart City“ an die Ohren interessierter Entscheidungsträger, die sich über die „digitale Transformation“ den Kopf zerbrachen. Wir merken uns dieses Stichwort.

Nach Mokka sei es nicht nur vorstellbar, dass Entscheidungen künftig von künstlicher Intelligenz getroffen werden. Er glaubt auch daran, dass „Privateigentum in der Tat ein Luxus“ sein könnte. Daten könnten „Geld als Währung ergänzen oder ersetzen“. Und er glaubt auch an eine „Post-voting society“. Wörtlich seine Einschätzung: „Da wir genau wissen, was Leute tun möchten, gibt es weniger Bedarf an Wahlen, Mehrheitsfindungen oder Abstimmungen. Verhaltensbezogene Daten können Demokratie als das gesellschaftliche Feedbacksystem ersetzen“.

Gläserne Bürger und ihr „gutes Leben“

Allerdings ist auch das kein isolierter Beitrag. Denn aus dem selben Jahr stammt ein Text der dänischen Parlamentarierin Ida Auken, der sich auf der Homepage des WEF findet. Und die Dame ist nicht irgendwer, die linksliberale Politikerin war von 2011 bis 2014 immerhin Umweltministerin ihres Landes. Und auch dieser Text lässt tief blicken. Ihre Zukunftsvision ist schaurig.

„Ich besitze nichts: Ich besitze kein Auto, ich besitze kein Haus, ich besitze keine Geräte und keine Kleider. […] Jedes Produkt ist zu einem Service geworden. Wir haben Zugang zu öffentlichem Transport, Wohnung, Essen, alles ist frei. […] Die meisten von uns wählen nur noch Dinge, die sie nutzen wollen und in der Regel wählt ein Algorithmus die Kleidung für uns aus. Seit Roboter und KI übernommen haben, essen wir gut, schlafen wir gut, haben wir Zeit, uns mit anderen Menschen zu treffen. Ab und zu bin ich verstimmt, nicht wirklich Privatheit zu haben. Wir können nirgends hingehen, ohne registriert zu werden. Aber alles in allem ist es ein gutes Leben, viel besser als das zurückliegende Leben, als sich all diese furchtbaren Dinge ereignet haben: Krankheiten, Klimawandel, Flüchtlingskrisen, Wasserverschmutzung.“

Bei WEF-Kaderschmiede laufen Fäden zusammen

So wirklich bewusst wird einem die Tiefe der Netzwerke freilich erst, wenn man sich andere Texte der Dame ansieht. Im Jahr 2013 schrieb sie einen Text für den linksliberalen „Guardian“, als sie gerade bei einer WEF-Konferenz saß. Nicht in Davos, sondern im Mekka der Scheichs in Abu Dhabi, mehr als zwei Jahre, bevor die Klimakonferenz in Paris stattfand, die uns heute als Geburtsstunde der „Agenda 2030“ verkauft wird. Freilich: Schon drei Monate zuvor dachten einschlägige Akteure bei den Technologiegesprächen in Alpbach darüber nach, wie man mithilfe digitaler Medien und Vernetzung jeden Privatbesitz im Verkehr überflüssig machen kann.

Und Auken plaudert aus dem Nähkästchen: „Diese Woche fand ich mich am Tisch mit einer Gruppe von Leuten, mit denen ich durch das „Young Global Leaders“-Netzwerk verbunden bin.“ Darunter befanden sich ein Nachhaltigkeitsexperte einer großen britischen Firma und ein Verhaltensforscher. Und schnell kam man in der Schnittmenge zwischen Umbruch an: „Wir besprachen, wie wir unsere Gesellschaft transformieren können. Zuerst müssen einmal Politiker klare Ziele und Visionen aufstellen, wie wir wollen, dass die Gesellschaft in der Zukunft ausschaut.“

Auch Baerbock war ein „Young Global Leader“

Sie ist nicht die einzige, deren Mitgliedschaft im „Young Global Leaders“-Netzwerk des WEF auffällig ist. Wie Wochenblick bereits in der Vorwoche berichtete, gehört die neue grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock dessen „Class of 2020“ an. Auch ihre politischen Inhalte decken sich weitgehend mit denen des Weltwirtschaftsforums. Was dem Bürger wie eine Art „bürgerliche Linke“ vorkommen soll, ist in Wirklichkeit ein Abbild einer sonderbaren Symbiose zwischen radikalen Weltverbesserern und mächtigen globalen Eliten.

Grüner Bundespräsident mit Globalisten-Rhetorik

So verwundert es kaum, dass auch Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen – als Ex-Grünen-Bundessprecher und ehemaliger Wirtschaftsprofessor so etwas wie die perfekte Schnittmenge in Personalunion – ebenfalls mit Worten um sich wirft, die frisch aus dem Mund von Klaus Schwab kommen könnten.

Zum 76. Geburtstag der Republik sagte er am heutigen Dienstag: „Unsere gegenwärtige und zukünftige Aufgabe ist es nun, gemeinsam und entschlossen diese multiple Krise zu bekämpfen, um einer möglichen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken und die sozialen Verwerfungen einzudämmen. Der Neustart der Wirtschaft muss nachhaltig erfolgen, um der Klimakrise entgegenzuwirken.“ Die Klimakrise als nächste „Pandemie“ – auch das ist keine Neuigkeit mehr.

Auch „Bürgerliche“ sind Teil der unheiligen Allianz

Für den Beobachter wirkt es anhand dieser Verstrickungen so, als reichte es aus, die Grünen von der Macht fernzuhalten, um den „Great Reset“ zu verhindern. Aber die sind eben nur eine Seite der Medaille. Die ohnehin eher auf sogenannte „Multilateralität“ ausgerichteten Teile des nominell liberal-konservativen Lagers pochen ebenso hart auf derartige Pläne. Bereits im Februar waren es mit Ursula von der Leyen und Angela Merkel zwei Politikerinnen aus dem Schoß der CDU, die sich mit gleichgesinnten Granden für mehr Globalisierung im Sinne der Eliten aussprachen – Wochenblick berichtete.

Die Anbiederung an die WEF-Agenda kann rein inhaltlich geschehen – oder auch durch personelle Überschneidungen. Auch der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn war einst ein WEF-„Young Global Leader“. Und selbst jene, die vorgeblich für einen wertkonservativen Kurs stehen, bekennen sich inzwischen immer mehr zu ihren wahren Zielen. Denn es sind ihre globalen und globalistischen Verbindungen, denen sie sich zuvorderst verpflichtet fühlen. In Österreich zeigten dies zuletzt Bundeskanzler Sebastian Kurz und EU-Ministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP).

Edtstadler wirbt für den Umbau

Hier rücken weniger häufig die Aspekte der „Nachhaltigkeit“ in den Vordergrund – sondern öfter die „europäische Zusammenarbeit“. Auch der Hebel der digitalen Vernetzung ist für sie ein Um und Auf. Neben den potenziellen Überwachungsmöglichkeiten via „Grünem Pass“ setzen sie sich besonders vehement für die Regulierung des digitalen Raums ein. Die „bürgerliche Mitte“ zeigt sich hier nicht als Beiwagen, sondern als treibende Kraft. 

Bei einem Arbeitsbesuch in Spanien lotete Edtstadler in der Vorwoche etwa die die Perspektiven einer „starken europäischen Handschrift“ bei der digitalen Regulierung aus. Aber auch zum „European Green Deal“, der laut EU ein „integraler Bestandteil“ der Umsetzungsstrategie der Agenda 2030 ist, beriet sie sich. Dass das freie Internet in der „neuen Multilateralität“ nicht vorkommt, daraus machen die Eliten bereits länger keinen Hehl. Edtstadler schockierte unlängst bereits im Parlament mit einem entlarvenden Auftritt, bei dem sie die „Agenda“ 2030 über den grünen Klee lobte.

Auch Kurz möchte die „digitale Transformation“

Ihr Parteichef Kurz twitterte indes in der Vorwoche, er wolle nach der Krise die „Chance nutzen, um die digitale Transformation voranzutreiben“. Viele Wege führen nach Rom. Noch mehr Wege führen zudem scheinbar über den Great Reset in die „Smart City“ der Zukunft, in denen der „vernetzte“ gläserne Bürger keine Rechte und keinen Besitz mehr hat. Zumindest im Vokabular gleichen sich die Akteure nämlich bereits…

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