In den letzten Tagen häufen sich die Schlepper-Aufgriffe in Österreich. In Redlham (Bezirk Vöcklabruck) stellte die Exekutive zwar einen mutmaßlich „kleinen Fisch“. Der Fall ist aber trotzdem exemplarisch für die Migrationskrise. 

Am Donnerstagvormittag gegen 11:15 fiel einer Polizeistreife ein aus der Richtung von Lambach kommender, verdächtiges Auto mit fünf Insassen auf. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass es es sich um ein mutmaßliches Schlepperfahrzeug handelt. Ein Mann aus der Ukraine (31) hatte einer Polizeimitteilung zufolge vier Kurden an Bord.

Verständigung mangels Sprachkenntnissen schwierig

Nachdem er seinen ukrainischen Reisepass mit ungarischem Einreisestempel und seinen ukrainischen Führerschein aushändigte, beschwichtigte der Fahrer in schlechtem Deutsch, ohnehin nur auf der Durchreise zu sein. Sein Wagen stamme von einer Autovermietung aus Wien. Damit konnte er sich allerdings immer noch besser verständigen als die Passagiere. Diese konnten sich nämlich weder auf Deutsch noch auf Englisch artikulieren.

Geschleppte Kurden wollten unbedingt nach „Allemania“

Allerdings konnten sie klar machen, woher sie stammten und wohin sie wollten. Ihre Herkunft liege in Kurdistan – darunter versteht der Volksmund das Gebiet an der Grenze zwischen Syrien, dem Irak, der Türkei und dem Iran. Ihr Ziel wiederum sei „Allemania“ – also Deutschland. Reisedokumente jedweder Art führten die vier Personen nicht bei sich.

Der Verdacht, dass es sich um eine Schlepperfahrt handelte, erhärtete sich im Zug der weiteren Vernehmungen. Aufgrund dessen kam es zur Festnahme des Fahrers und dessen Einlieferung in die JVA Wels. Seine vier Passagiere wurden der Welser Fremdenpolizei übergeben.

Deutschland als beliebtes Ziel der Glücksritter

Es ist nicht der erste Fall von Schlepperei, der in jüngerer Vergangenheit in Österreich offenkundig wird. Erst vor wenigen Tagen flog ein Türke auf, der in einem Sattelschlepper bis zu 45 Migranten nach Niederösterreich fuhr, wobei der Großteil seiner Passagiere schon von anderen Fahrzeugen abgeholt worden war und sich schon auf der Reise nach Wien oder nach Deutschland – beide gelten aufgrund üppiger Sozialleistungen als beliebtes Ziel – befanden.

Wie sehr unsere bundesdeutschen Nachbarn das Land der Sehnsucht vieler Migranten ist, zeigte sich kürzlich bei einem Fall an der Grenze zwischen Bayern und Österreich: Dort kam es in Kiefersfelden zum Aufgriff von sechs Afghanen. Nachdem der Schlepper sie kurz nach der Grenze absetzte, klingelten sie im Ort und stellten die wichtige Frage: „Sind wir schon in Deutschland“. Auch die Schleuser-Fahrten, die ein in der Steiermark lebender Iraker über Monate unternahm, führten zu einem Gutteil nach Deutschland.