Der Wiener Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) ist erbost. „Alles dreht sich ausschließlich um Ausländer“, kommentiert er ein TV-Angebot, das A1 in Zusammenarbeit mit Wiener Wohnen erstellt hat. Tatsächlich ist die Optik etwas seltsam. Man scheint davon auszugehen, dass Bewohner des Wiener Gemeindebaus gesteigertes Interesse an SMS ins Ausland und Sendern wie Türkçe TV oder Balkan TV hätten. 

In einem Statement gegenüber Wochenblick sagt der Wiener FPÖ-Chef Nepp: „Das ist die zielgruppenorientierte Wohnungs- und Integrationspolitik bei Wiener Wohnen: Alles dreht sich ausschließlich um Ausländer“. Es geht um einen Rundbrief des TV und Telekommunikationsanbieters A1 an alle Bewohner von Wiener Wohnen. In diesem ist gleich auf der ersten Seite zu lesen: Easy-SIM Plus, 15 GB um €15, 500 min / SMS ins Ausland, ohne Bindung.

Gleich darunter wird das Angebot A1 Türkçe TV, A1 Balkan TV oder A1 Italia TV für 6 Monate gratis beworben. Diese Angebote wären in Kooperation mit Wiener Wohnen nur für Bewohner von Gemeindebauten erstellt worden. Das wird nochmals durch das offizielle Logo von Wiener Wohnen unterstrichen. Die schiefe Optik ergibt sich auch daraus, dass sich im gesamten Brief kein vergleichbares Angebot für deutschsprachige Sender oder Gratis Telefonie / SMS ins Inland findet.

Generell hat Nepp momentan gewisse Praktiken bei Wiener Wohnen im Visier, die er freundlich formuliert für unredlich hält. So deckte er vor wenigen Tagen auf, dass es auf Facebook eine Gruppe gäbe, in der sich Türken auf Türkisch untereinander die Weitergabe von Gemeindebauwohnungen ausmachen würden. „Österreicher sind ausgeschlossen“, erklärte Nepp den Sachverhalt. Wien Wohnen äußerte sich dazu dahingehend, dass man die Gruppe kenne, dort aber alles rechtens zuginge und für alle Bewerber die gleichen Spielregeln gelten.

Zudem sorgt sich der Vizebürgermeister um die Qualität der Wohnungen und die Sicherheit der Bewohner: „Steigende Kriminalität, desolate Wohnungen und die höchsten Betriebskosten Österreichs. Die Wiener SPÖ hat den Gemeindebau-Notstand zu verantworten.“ Die Liste der Probleme wäre endlos, während der Ausländeranteil in vielen Gemeindebauten schon auf über 50 Prozent angestiegen wäre. „Die soziale Ungerechtigkeit der rot-grünen Stadtregierung muss endlich beendet werden.“