Im Zuge der „Black Life Matter“-Bewegung wird überall in der Gesellschaft Rassismus entdeckt. Nun hat das Phänomen auch die Schulen erreicht.

Bisher gab es in nur Deutschland die Bewegung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, in der bereits die Jüngsten über die Vorzüge von Multi-Kulti aufgeklärt und mit linken Ideen indoktriniert wurden. Für viele Eltern jedoch vermutlich noch verkraftbar, zumindest im Hinblick auf das, was sonst schon Vorschulkindern oder Grundschülern als „Aufklärung“ zugemutet werden soll. Aber das Thema „Rassismus“ erfreut sich derzeit wirklich größter Beliebtheit und die neue Zauberformel in diesem Zusammenhang heißt „struktureller Rassismus“. Und den gibt es überall, bei der Polizei, in der EU und nun auch endlich an den Schulen. Über Jahre völlig unbemerkt hat es auch dort „strukturellen Rassismus“ gegeben.

Diskriminierung durch Lehrer

So beschwerte sich Mitte Juni eine Twitter-Nutzerin über Rassimus: „Hab mal in Mathe gesagt, ich hab’s nicht verstanden und meinen Mathelehrer gebeten, es noch mal zu erklären und er hat gefragt, ob er noch mal auf Arabisch erklären muss“. Auch Meike Bonefeld, Juniorprofessorin an der der Universität Mannheim, erklärte in der „Welt“, dass es ein strukturelles Problem mit Rassismus an Schulen gebe. Zu diesem Thema veröffentlichten Bonefeld und ihr Team bereits vor drei Jahren eine Untersuchung, bei der sie die Mathematiknoten von knapp 1500 Schülern über zwei Schuljahre hinweg beobachteten. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass Schüler mit Migrationshintergrund trotz gleicher Sprachfertigkeit und sozialer Herkunft schlechtere Noten als ihre Mitschüler bekamen. Bei einer anderen Studie des Teams sollten zwei Gruppen von Lehramsstudenten ein identisches Diktat eines Grundschülers bewerten – bei der einen Gruppe lautete der Name das Schülers Murat, bei der anderen Max. Das Ergebnis: Murat schnitt im Schnitt um 0,5 Notenpunkte schlechter ab.
Ebenso sieht Sylvie Nantcha, die Vorsitzende des African Network of Germany (TANG), einer Interessenvertretung von schwarzen Menschen in Deutschland, die 800 Vereine und Einzelpersonen zu sich zählt Probleme in Deutschlands Schulen: „Jedes Elternteil, mit dem wir über die Schule sprechen, erzählt von Rassismuserfahrungen.“

Lehrergwerkschaft wehrt sich gegen Vorwürfe

Allerdings gibt es kein offizielles Zahlenmaterial zu der Thematik, da die meisten Kultusministerien der Länder keine Daten zu rassistischen Diskriminierungen erheben. Nur Thüringen und Brandenburg bilden eine Ausnahmen. So wurden in Thüringen 2019 ein antimuslimischer, vier antisemitische, drei fremdenfeindliche und sechs rechtsextremistische Fälle gezählt. In Brandenburg waren es im gleichen Zeitraum zwölf antisemitische, 21 fremdenfeindliche und 56 extremistische Äußerungen oder Handlungen. Dabei dürfte es sich jedoch um alle Fälle handeln, also auch die von Schülern getätigten. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger verwehrt sich gegen die Vorwürfe: „Dass es einen massiv sich ausbreitenden Rassismus an Schulen gibt, den die Lehrer nicht im Griff haben – dieser Darstellung möchte ich entschieden entgegentreten“, erklärte er und betont, dass es nicht so ist. „dass Schulen beispielsweise systematisch wegschauen würden – im Gegenteil: Die Schulen haben das im Auge.“