Am Donnerstag trat die Regierungsmannschaft um 14 Uhr zu einer Pressekonferenz zusammen. Der ORF richtete sogar eine Sondersendung mit Live-Schaltung ein. Viel zu sagen hatten Kurz und Anschober jedoch nicht: Die Lage der Corona-Infektionen sei „dramatisch“ und „drastischer als bei der ersten Welle“, ließ man Gesundheitsminister Rudolf Anschober verkünden. Der Kanzler selbst kündigte indes eine weitere Pressekonferenz für Samstag an. 

Nachdem es als Folge von Massentestungen an Österreichs Schulen lange den Anschein hatte, die höchsten Infektionsraten seien unter den Kindern zu finden, hat sich die Altersstruktur unter den Infizierten nach oben verschoben. Das erklärte auch Rudolf Anschober im Zuge der Pressekonferenz am Donnerstag.

Infektionseinbrüche in Altersheimen

Derzeit würde eine Verschiebung der Altersstruktur unter den Corona-Infizierten beobachtet werden, mahnte Gesundheitsminister Anschober. So sei die Altersgruppe der über 85-Jährigen bereits die am zweithäufigsten betroffene Gruppe, gleich nach den Kindern. Infektionseinbrüche in Pflegeheimen sollen laut Anschober die Ursache für die Verschiebung der Altersstruktur nach oben sein.

Regierung: Intensivbetten könnten knapp werden

Am Donnerstag seien 4.500 Neuinfektionen innerhalb von nur 24 Stunden ermittelt worden. Mit Ende der Woche rechne die Regierung mit rund 6.000 Neuinfektionen pro Tag. Ende November soll es knapp werden mit den Spitalsbetten auf den Intensivstationen, warnten Anschober und Kurz im Zuge der Pressekonferenz. Die Situation sei „noch drastischer als bei der ersten Welle“, erklärte der Gesundheitsminister. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einer „dramatischen Situation“.

Anschober: „Sehe dringenden Handlungsbedarf“

Derzeit bestehe eine Auslastung von 248 Intensivbetten. Im Frühling sei ein Maximalwert von 268 Belegungen von Intensivbetten durch Corona-Patienten erreicht worden. Man sehe dringenden Handlungsbedarf, erklärte Rudolf Anschober. Deswegen seien neue Maßnahmen notwendig.

Am Samstag könnte Lockdown verkündet werden

Für Samstag wurde eine weitere Pressekonferenz angekündigt. Kurz will bis dahin noch die Landeshauptleute und Sozialpartner zu Rate ziehen. Danach wird er gemeinsam mit dem Gesundheitsminister verkünden, auf welche Maßnahmen man sich geeinigt habe. So könnte auch am Samstag ein weiterer Lockdown verkündet werden. Dieser wurde in den letzten Monaten von den Regierenden stets von der Hand gewiesen, seit einigen Tagen will Anschober einen Lockdown jedoch nicht mehr ausschließen.