Die Lage sei dramatisch erklärte der Krisenstab aus Bundeskanzler, Gesundheitsminister, Innenminister und Vizekanzler heute Montag. Deswegen würden ab Freitag 0 Uhr weitere Einschränkungen gelten. Bundeskanzler Kurz fand mahnende Worte für jene, die sich nicht an die Maßnahmen hielten. Sie seien Schuld, wenn es zum Lockdown komme. Zukünftig werden zur Kontaktnachverfolgung mehr Dolmetscher eingesetzt.

Nachdem täglich vier Mal mehr Tests als noch im Frühling durchgeführt werden, zeige sich eine dramatische Lage, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Wir hätten ein exponentielles Wachstum und wenn es so weitergehe würden sich im Dezember täglich bis zu 6.000 Österreicher infizieren.
Alle drei Wochen würden sich die Fälle der Corona-Infektionen verdoppeln, warnten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Montag.

Private Veranstaltungen eingeschränkt

Private Veranstaltungen wie Geburtstage, Hochzeiten, Tanzschul- und Yoga-Kurs-Besuche dürfen ab Freitag nur noch auf 6 Personen beschränkt im Inneren und mit einer Beschränkung auf 12 Personen im Freien stattfinden. Die einzige Ausnahme werden Begräbnisse sein, an ihnen dürfen auch mehr Personen teilnehmen.

Professionelle Veranstaltungen

Auch für professionelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Bundesliga-Spiele gelten hinkünftig strengere Regeln. So dürfen die Besucher solcher Veranstaltungen ab Freitag keine Speisen und Getränke mehr konsumieren und müssen während der gesamten Dauer der Veranstaltung eine Mund-Nasen-Schutz-Maske tragen.

Nicht näher definierte Verschärfungen

Zusätzliche Hygienemaßnahmen sollen die besonders gefährdeten Gruppen in Alters- und Pflegeheimen schützen. Wie diese Maßnahmen aussehen, ließ die Regierung vorerst offen. Regionale Verschärfungen seien darüber hinaus von den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften und Landeshauptleuten zu erlassen, sofern erforderlich.

Lockdown: Liegt an der Bevölkerung

Dass die Verantwortung bei der Bevölkerung liege, daran ließ Bundeskanzler Sebastian Kurz im Zuge der Pressekonferenz zur Verkündung der neuen Maßnahmen keine Zweifel offen. 
Die Infektionen würden im privaten Rahmen stattfinden, deswegen seien soziale Kontakte zu reduzieren, mahnte Kurz.

Sollte es zu einem neuerlichen Lockdown kommen, so sei die Schuld dafür bei jenen Teilen der Bevölkerung zu suchen, die sich nicht an die Maßnahmen halten, meint der Bundeskanzler: „Wir wissen dass die Masse der Ansteckungen im privaten Bereich stattfindet. Das bedeutet: Wenn wir alle auf Feiern, auf private Zusammenkünfte in großen Gruppen und auf Partys verzichten, dann können wir das Wachstum bremsen und so die Schulen, die Wirtschaft und auch Teile des sozialen und gesellschaftlichen Lebens offenhalten.“

Auf der Suche nach Sündenböcken

Die Menschen seien Corona bereits müde, doch es würde noch Monate dauern, bis eine Impfung vorhanden sei und damit eine „Trendwende“ einkehre, so Sebastian Kurz.
Bis dahin will die Regierung offenbar weiter auf sozialen Druck und Sündenbockmentalität setzen.

Kurz erklärte mit Verweis auf die Salzburger Gemeinde Kuchl:
„Jene Menschen, die sich nicht an die Maßnahmen halten und auch zum Boykott der Maßnahmen aufrufen verursachen den Schaden, den wir alle ausbaden müssen.“

Rudolf Anschober erklärte dazu: „Mehrsprachig ausgebildete Personen werden das Kontaktpersonen-Management dort betreuen, wo es zwickt.“ – Waren es vor allem Migranten, die zum Kuchler Lockdown führten?