Bei Harald Schuh, dem neuen freiheitlichen Stadtrat in Freistadt, werden es die notorischen Rechtenhasser gewiss schwer haben, diesen Mann anzupatzen, weil der smarte 46-jährige Sales-Manager und Hobby-Künstler so gar nicht ins linke Feindschema passen will.

von Kurt Guggenbichler

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Mit den Schubladenbezeichnungen „links“ oder „rechts“ hat Schuh seinen Worten zufolge ein Problem. „Ich bin kein Dogmatiker“, sagt der Verkaufsmanager eines internationalen Kommunikationsunternehmens, der möglicherweise auch als Popsong-Produzent oder Theaterstückeschreiber erfolgreich wäre.

Seine Tragik-Komödie „Musketier“ wurde im Vorjahr im Linzer Theater der Innenstadt zwölf Mal gespielt, nur seine beiden Popsongs ließ er die Öffentlichkeit bislang noch nicht hören. Dabei handle es sich um einen Rock- und einen Country-Song, von denen er vorläufig nur für sich CDs pressen ließ.

Aber wie lässt sich diese Tätigkeit mit seinem politischen Engagement vereinbaren? Sollte er als Künstler, wenn auch nur im Nebenerwerb oder als Hobby, zu seinem eigenen Vorteil nicht eher im linken Lager verortet sein?

Durchstarten

Er wolle nicht fremdbestimmt leben, antwortet Schuh, und auch leben, was im Namen seiner Partei verankert sei: ein freiheitliches Dasein. Die Freiheit, sich entfalten zu können, ist ihm wichtig, und dafür will sich der politische Quer- und Wiedereinsteiger jetzt auch für die Freistädter einsetzen.

Der 46-jährige Familienvater, ein gebürtiger Linzer, den die Liebe nach Freistadt verschlug, löste am 22. Juni die bisherige parteifreie Stadträtin Patricia Winkler ab. „Meine Vorgängerin war 2015 Stadträtin geworden, obwohl sie nach einem Zerwürfnis mit der Partei kein Parteimitglied mehr war.“

Mit dem FPÖ-Bezirksparteiobmann Peter Handlos freut er sich, dass nunmehr die Voraussetzungen geschaffen werden konnten, um in Freistadt durchzustarten.
„Der frische Wind wird sich positiv auswirken“, glaubt Handlos, und für frischen Wind in der Freistädter Gemeindestube wie auch im Ort will Schuh schon sorgen.

Es gibt einige Probleme, die in Freistadt noch gelöst werden müssen. Eines davon sei der geplante Hotelneubau, den auch die FPÖ mitträgt.

Sicherheit zuerst

Schuhs Hauptaufgaben als Stadtrat sind zwar die Abfallwirtschaft und der Umweltschutz, doch auch für die freiheitlichen Kernthemen Fairness, Heimat und Sicherheit will er sich bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens in Freistadt kons­truktiv engagieren.

Aus diesem Grund haben Schuh und seine Fraktion kürzlich auch dem Antrag um Aufstellung von Bänken für etwaige Autostopper an den Ortsausfahrten nicht zugestimmt, wie es der Energie-Bezirk Freistadt gewollt hätte.

Das widerspräche dem allgemeinen Sicherheitsdenken, und Schuh sei auch davon überzeugt, dass man so etwas dann nicht beschließen könne.

Authentisch bleiben

„Ich will als Person und in meiner Arbeit authentisch bleiben“, betont er. Künftig dürfte er noch jede Menge Gelegenheit haben, dies unter Beweis zu stellen.

Beispielsweise bei den Gemeinderatssitzungen, wo es – wie man aus Erfahrung weiß – oft zu komischen und mitunter lustigen Debatten kommt.

So etwas brächte den neuen Stadtrat sicher nicht aus dem Konzept. Denn er selber sagt ja auch: „Ich will die Leute unterhalten – wenn auch nicht immer und überall und um jeden Preis“.

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