markus hein fpö

Vier Brückenbaustellen und viele Infrastruktur-Projekte zeigen auf: Der neue Linzer Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) hat in seiner Zeit als Stadtrat gehörig angepackt, um die Verkehrsprobleme in Linz in den Griff zu bekommen. Doch auch beim Thema Sicherheit zeigt der 47-Jährige klare Kante und solidarisiert sich mit den Maßnahmen von Innenminister Herbert Kickl.

Ein Interview geführt von Chefredakteur Christian Seibert

„Wochenblick“: Herr Hein, Sie sind jetzt Vizebürgermeister der drittgrößten Stadt Österreichs. Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie in Bezug auf Ihre neue Aufgabe?

Hein: Ich habe mich seit meinem Amtsantritt Ende 2015 im Infrastrukturressort der Stadt Linz sehr gut eingearbeitet und viele wichtige Projekte auf Schiene gebracht. Auch als Vizebürgermeister werde ich mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass diese Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Insofern sind meine Erwartungen und Wünsche vor allem auf die positive Weiterentwicklung unserer Landeshauptstadt gerichtet.

Sie haben die Infrastruktur bereits angesprochen. Augenscheinlich ist, dass in Linz derzeit viel gebaut wird. Wo liegen die Schwerpunkte in der Verkehrspolitik?

So viel wie jetzt hat sich in Sachen Infrastruktur in Linz noch nie getan. Erst in der vergangenen Woche haben wir mit der Westring-Brücke die vierte Brückenbaustelle in Linz eröffnet. Dann wären da noch die beiden Bypässe zur VÖEST-Brücke, die eine nachhaltige Verkehrsentlastung herbeiführen werden. Aber auch mit der neuen Donaubrücke schaffen wir die Grundlagen für die nächsten wichtigen Projekte im öffentlichen Verkehr. Die zweite Schienenachse der Linzer Straßenbahn oder die Durchbindung der Mühlkreisbahn wie auch die Stadtbahn nach Gallneukirchen und Pregarten stehen uns bevor. Vor allem an der zweiten Schienenachse hängt vieles, da dort ungefähr zehn neue Umstiegspunkte geschaffen werden. Dies würde eine nachhaltige Entlastung des Knotens Hauptbahnhof und damit auch eine generelle Verbesserung für den öffentlichen Verkehr im Großraum Linz darstellen. Aber auch das Seilbahn-Projekt wollen wir weiter forcieren.

Insbesondere die Pendler klagen über Stau. Wie wollen Sie den Menschen den öffentlichen Verkehr schmackhaft machen?

Jeder Mensch soll die Wahlfreiheit haben, welches Verkehrsmittel er verwendet. Klar ist: Je attraktiver die Alternativen zum Auto sind, desto eher wird der öffentliche Verkehr auch angenommen. Dazu gehört natürlich auch das Thema Schnelligkeit. Deshalb ist es auch wichtig, dass wir bei der zweiten Linzer Schienenachse die unterirdische Lösung umsetzen, da wir mit dieser Variante einen erheblichen Zeitgewinn gegenüber dem Individualverkehr sicherstellen können.

Der NEOS-Politiker Potocnik möchte das LASK-Stadion am Standort Pichling verhindern. Wie stehen Sie dazu?

Ich finde, dass die Diskussion über das LASK-Stadion sehr unfair geführt wird. Wir werden sicher nicht auf den Zuruf von selbsternannten „Raumordnungs-Sheriffs“ Politik betreiben. Die Frage der Gegner dieses Stadions müsste lauten: Wollen wir den LASK in Linz haben oder nicht? Meine Meinung dazu ist, dass wir keinen Standort finden werden, der nicht über die gleichen Probleme verfügen wird wie der bevorzugte am Pichlinger See. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass der LASK nach Linz gehört. Für mich gibt es nur zwei sportliche Aushängeschilder, die weit über die Stadtgrenzen bekannt sind, das sind die Black Wings und der LASK – und die muss man fördern und nicht bekämpfen!

Unsere erste Facebook-Liveshow zum Thema „Woher kommt die Gewalt an unseren Frauen“ hat zu großem Zuschauerinteresse geführt. Wo sehen Sie die Gründe für die Gewaltwelle und wie lösen wir diese Probleme dauerhaft?

Die Gründe liegen vor allem in dem Wahnsinn, der in den Jahren 2015 und 2016 passiert ist, als auch Straftäter unkontrolliert nach Österreich gelassen wurden. Ich habe oft den Eindruck, dass es politische Strömungen hierzulande gibt, die vielmehr den Täterschutz als den Opferschutz forcieren wollen. Ich begrüße die vorgeschlagenen Maßnahmen unseres Innenministers Herbert Kickl. Für mich heißt das ganz klar: Wer das Gastrecht missbraucht und – unabhängig vom Strafrahmen – mit dem Strafrecht in Berührung kommt, der hat das Land auch zu verlassen. Hier braucht es eine verbindliche Konsequenz in der Politik – auch auf die Gefahr hin, dass die Linken dagegen Sturm laufen.

Was erwarten Sie dahingehend von der Zusammenarbeit mit dem neuen Sicherheitsstadtrat Michael Raml in Linz?

Michael Raml steht für eine geradlinige Fortsetzung der erfolgreichen, freiheitlichen Sicherheitspolitik in Linz. Gemeinsam werden wir über Ressortgrenzen hinweg noch vieles für unsere Heimat- und Lebensstadt erreichen.