Der 2012 zum Islam konvertierte, niederländische Stadtrat Arnoud van Doorn ließ kürzlich mit einem interessanten Vorschlag aufhorchen: weil Muslime sich an den Stränden mit leicht bekleideten und hässlichen Menschen unbehaglich fühlen, sollten sie einen eigenen Strand bekommen. Es gebe ja auch Nudistenstrände, warum also keine Halal-Zone für Muslime.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Denn nicht nur sie, auch andere Bürger fühlen sich oft unwohl in der Gesellschaft halbnackter und oft unästhetisch aussehender Strandbesucher, schrieb van Doorn an die Stadtverwaltung von Den Haag. Auch Frauen beklagen sich zunehmend über unerwünschte Anspielungen und Annäherungen am Strand „von Menschen des anderen Geschlechts“.

Vorbild ist Türkei und Indonesien

Den Haag solle deshalb den Muslimen einen eigenen Strandabschnitt widmen. So etwas gebe es etwa schon in Badeorten in der Türkei oder Indonesien. An Halal-Stränden können Muslime die Sonne, ihren religiösen Gepflogenheiten entsprechend, genießen. In Lombok etwa sonnen sich Frauen und Männer getrennt.

Umstrittener Politiker

Van Doorn macht seit Jahren von sich reden: er war Mitglied der „Partei für die Freiheit“ (PPP) des rechten und islamkritischen Politikers Geert Wilders, heute zweitstärkste Kraft im Land, aber bei der Regierungsbildung ausgeschlossen. 2012 konvertierte van Doorn zum Islam und trat der niederländischen, islamischen „Partei der Einheit“ (PvdE) bei, für die er im Stadtrat von den Haag sitzt. 2014 stand er wegen Drogenhandel und illegalem Waffenbesitz vor Gericht und wurde zu einer Strafe und Sozialdienst verurteilt.

Selbstmord-Skandal belastet Van Doorn

2018 kam es zu einem weiteren Skandal, in den Van Doorn angeblich verwickelt war: die islamkritische Politikerin Willie Dille postete ein Video auf Facebook in der sie ihren Austritt aus dem Stadtrat ankündigte. Sie beschuldigte Van Doorn, er habe eine Gruppe von Muslimen angeheuert, sie zu vergewaltigen, um sie zum Schweigen zu bringen. Sie und ihre Kinder wurden lange Zeit massiv bedroht. Einige Tage später beging sie Selbstmord, um ihre Familie zu schützen („Wochenblick“ berichtete).