Der tägliche Mord- und Gewalthorror in Mitteleuropa ist um eine Facette reicher. Der Tatort eines sinnlosen Doppelmordes, mutmaßlich verübt durch einen „südländischen“ Immigranten, war diesmal ein Kino im niederländischen Groningen. Nach aktuellen Angaben der Polizei ermordete der wegen Gewalt und Drogendelikten vorbestrafte Ergün Senarabaci ohne ersichtlichen Grund ein Ehepaar, das im Kino der Pathé-Kette als Putzpersonal beschäftigt war. Die Toten wurden am Samstag Morgen gefunden.

Vor sinnloser Gewalt angeblich psychisch beeinträchtigter Immigranten ist man jetzt auch im Kino nicht mehr sicher. Dabei kommt einem die Vorgeschichte sehr bekannt vor, wenn man sie mit Mordgeschehen aus anderen Westeuropäischen Ländern vergleicht. Der mutmaßliche Täter ist vielfach vorbestraft und psychisch extrem auffällig. Gegen ihn besteht ein Besuchsverbot bei seiner Ex-Freundin und der gemeinsamen Tochter, weil es „einen Vorfall“ gegeben hatte. Nachbarn berichten, dass er schon öfter von der Polizei entfernt werden musste, wenn er sich nackt auf eine stark befahrene Straße legte. Zudem radelte er im Winter nur in der Unterhose bekleidet durch die Stadt.

Zur Vorgeschichte des 33-jährigen Ergün Senarabaci zählen tätliche Angriffe auf Polizeibeamte sowie eine Marihuana-Plantage in seiner Wohnung. Den letzten Gerichtstermin musste er erst vor Kurzem wahrnehmen, er war unter Drogeneinfluss am Steuer eines Fahrzeuges erwischt worden. Viele Nachbarn mieden ihn, weil er unberechenbar und verwirrt wirkte. Und doch gab es keine ernsthaften behördlichen Maßnahmen, um ihn selbst oder zumindest die Bevölkerung vor ihm zu schützen.

Nach der Tat, für welche die Polizei Senarabaci für dringend tatverdächtig hält, ergriff dieser die Flucht. Die Behörden fahnden mit Hochdruck nach dem Flüchtigen. Es wird empfohlen, sich dem Verdächtigen nicht zu nähern, da er wahrscheinlich bewaffnet und extrem gefährlich ist. Die letzte registrierte Wohnadresse Senarabacis liegt in Rotterdam. Nicht zuletzt deshalb rätselt man, weshalb der Mann sich überhaupt in Groningen aufhielt.

Groningen ist ein weithin bekannter Tourismusort mit uralter Geschichte. Die Universitätsstadt hat etwas mehr Einwohner als Linz und gilt als „Radfahrerstadt“. Über 60 Prozent des Verkehrs besteht aus Fahrradverkehr. Nach einer aktuellen Studie sind die Bewohner die „zufriedensten“ Menschen in den Niederlanden. Im Gemeinderat regiert eine Koalition aus stimmenstarken grünlinken Parteien, der Bürgermeister stammt hingegen aus einer konservativen Kleinpartei.