Die Stadt Maastricht im niederländischen Limburg jubelt: im Frühjahr öffnet dort das modernste und komfortabelste Asyl-Aufnahmezentrum der Niederlande. In bester zentraler Lage mit guter Verkehrsanbindung bietet der totalsanierte Komplex seinen Bewohnern nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch beste Ausstattung mit Fußbodenheizung und vielen anderen Annehmlichkeiten. 650 Personen finden dort künftig eine dauerhafte Bleibe.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Aktuell leben über 26.500 Asylwerber in den Niederlanden in Aufnahmezentren. Ihre Zahl ist in den letzten Monaten wieder gestiegen. Vor allem wegen des Familiennachzugs aus Syrien. Viele Migranten kommen aus Eritrea und dem Irak. Rund 5.500 Asylwerber, die bereits eine Aufenthaltserlaubnis haben, sitzen in den Zentren fest, sie können sich die Mieten nicht leisten. Denn die urbane Bevölkerung steigt Jahr für Jahr, Wohnungen werden knapp, Mieten immer teurer.

Viel Geld zur Verbesserung des Asylsystems

Die niederländische Asylbehörde, COA (Centraal Orgaan opvang asielzoekers) kaufte deshalb vor drei Jahren das frühere Gebäude des regionalen Energieversorgers. Das neue „Empfangszentrum“ wurde totalsaniert und um weitere Gebäudeblocks erweitert. Neben zahlreichen Wohneinheiten gibt es Gemeinschaftsbereiche, wie Wasch- und Trockenräume, Büros und Aufenthaltsraum, Klassenzimmer und Kinderspielzimmer. Das Gebäude besteht aus sieben Etagen, vom Untergeschoss bis zum fünften Stock. Das Zentrum soll als permanentes Aufnahmezentrum für Asylwerber dienen.

Niederländer bleiben auf der Strecke

Viele Niederländer können von solchen Unterkünften nur träumen. Denn in den Städten herrscht akute Wohnungsnot. Auch für Senioren und junge Menschen sind die horrenden Mieten nicht mehr leistbar. Bei der Vorstellung des Budgets für 2020 hagelte es Kritik der Opposition gegen die aktuell regierende Vier-Parteien-Koalition. Denn für die Verbesserung der Wohnsituation wurden – trotz häufiger Versprechungen – nur 2 Millionen Euro veranschlagt. Für die „Verbesserung des Asyl- und Einwanderungssystems“ hingegen stattliche 134 Millionen Euro.