Ab kommende Woche sollen sich in Niederösterreich auch Kindergartenkinder zweimal die Woche einem Corona-Schnelltest unterziehen. Vorerst soll dieser freiwillig sein, doch derartige Ankündigungen machen nach mehr als einem Jahr Corona-Wahnsinn skeptisch.

Bereits im April berichtete der Wochenblick, dass in Niederösterreich ein Pilotprojekt mit sogenannten „Schlecker- oder Lollipop-Tests“ läuft, um auch in den Kindergärten Corona-Tests durchführen zu können. Nun ist die Evaluierungsphase offenbar beendet und ab dem 17. Mai sollen sollen die Kinder in allen niederösterreichischen Kindergärten zweimal wöchentlich getestet werden, wie aus einem Informationsbrief an Eltern, der dem Wochenblick vorliegt, hervorgeht.

Wieder einmal „freiwillig“…

In der Elterninformation, die von den Bürgermeistern und Kindergärten verschickt wird, wird abermals betont, dass die Durchführung der Tests von Seiten der Kinder natürlich freiwillig ist und dass es keinerlei Problem darstellt, wenn sich ein Kind einmal weigert, den Selbsttest durchzuführen. Zudem werden auch die Eltern in die Pflicht genommen auf ihren Nachwuchs einzuwirken und keine Sperenzchen zu machen, wenn es heißt: „Aber je mehr Kinder regelmäßig mitmachen, desto sicherer wird der Kindergartenalltag für die Kinder und für die Kindergartenteams.“

Abzuwarten bleibt, wie lange diese berühmte Freiwilligkeit bleibt. Auch an den Schulen hieß es ja zuerst, die Tests seien nicht verpflichtend, jedoch ist deren Durchführung mittlerweile Voraussetzung um überhaupt am Präsenzunterricht teilnehmen zu können. Mittlerweile geht es sogar schon so weit, dass die Verantwortlichen offen damit drohen, Eltern die Kinder zu entziehen, wenn sie diesen empfehlen, an den ehemals „freiwilligen“ Tests an Schulen nicht teilzunehmen.

Pilotprojekt abgeschlossen, Teilnahme an Pilotprojekt?

Dass der Test laut Beipackzettel eigentlich medizinisches Fachpersonal erfordert, wird in der Elterninformation den Erziehungsberechtigten wohlweislich verschwiegen – aber sonst sinkt vielleicht die Bereitschaft, die Einverständniserklärung zu unterzeichnen. Was viele Eltern jedoch stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass der Elternbrief schleißig zusammengeschustert wurde und offenbar auf einer veralteten Vorlage beruht, oder dass das Land Niederösterreich selbst noch nicht ganz im Klaren über den aktuellen Stand der Dinge ist.

Während es gleich zu Beginn des Schreibens heißt, dass die Pilotierung abgeschlossen ist und zu dem Ergebnis kam, dass der Schlecker-Selbsttest für den Einsatz durch Kindergartenkinder für tauglich befunden wurde, steht weiter unten: „Wenn Sie wollen, dass Ihr Kind an diesem Pilotprojekt teilnehmen soll, benötigen wir eine unterschriebene Einverständniserklärung…“ Wenn die angebliche Pilotierung ebenso sorgfältig erfolgte, sollte man als Eltern lieber Obacht walten lassen. Aber das große Experiment beginnt ja ohnehin erst, zumal vermutlich ebenso wie bei den Teststäbchen eine Untersuchung auf giftige oder schädliche Substanzen bisher nicht stattgefunden hat.

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