Der Bundesstaat Kaduna im Norden Nigerias hat nun drastische Maßnahmen im Kampf gegen sexuelle Gewalt ergriffen: Verurteilte Vergewaltiger können dort fortan mit Kastration bestraft werden.

Die Strafmaßnahme sieht je nach Tätergeschlecht die Entfernung von Hoden oder Eileitern vor und kann bei Vergewaltigungen von Kindern unter 14 Jahren angeordnet werden. Außerdem droht in diesen Fällen die Todesstrafe. Bei Opfern über 14 Jahre ist lebenslange Haft die Höchststrafe.

Einem Unicef-Bericht zufolge wurde in dem westafrikanischen Land bereits 2015 jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge vor dem 18. Lebensjahr Opfer von sexueller Gewalt – und die Zahlen steigen. Im Juni haben sämtliche nigerianische Bundesstaaten daher den Notstand ausgerufen. Mehrere brutale Vergewaltigungen erschütterten zuletzt die Bevölkerung und führten dazu, dass die Bürger von Kaduna härtere Strafen für die Täter forderten.

Zwar gibt es auch Kritiker: So bezeichnet der Verband der Christen in Nigeria die Strafmaßnahme als barbarisch. Der Gouverneur von Kaduna, Nasir el-Rufai, erklärte jedoch, diese drastische Form der Bestrafung sei nötig, um Kinder vor schweren Verbrechen zu schützen.