Einer Studie zufolge werden bis 2030 mehr als 25 Millionen Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten in Europa leben. Selbst schärfere Einwanderungsbestimmungen werden den Zuzug von mehreren Millionen nicht verhindern. Angeblich würde Europa jedoch profitieren, da es wegen der älter werdenden Gesellschaft ohnehin Arbeitskräfte braucht.

  • Bis 2030 werden weitere Millionen Einwanderer aus Afrika und dem Nahen Osten nach Europa kommen
  • Auch durch steigenden Einkommen in den Herkunftsländern wird für viele Migration erst leistbar
  • Angeblich ist die Migration notwendig um den Arbeitskräftemangel zu begegnen und das europäische Sozialsystem am Laufen zu erhalten
  • Deshalb fordern die Studienautoren mehr legale Wege der Einwanderung

Bis zum Ende der 2020er-Jahre könnten mehr als 25 Millionen Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten in Europa leben. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die die mögliche Entwicklung zukünftiger Migrationsbewegungen nach Europa untersucht hat. Allein in den nächsten 10 Jahren werden demnach rund 3,4 Millionen Menschen in die EU und nach Großbritannien, Norwegen, die Schweiz, Liechtenstein und Island strömen. Bei einer Lockerung der Einwanderungspolitik könnten es auch 4,7 Millionen sein. Und selbst bei einer deutlichen Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen rechnen die Studienmacher dennoch mit einem Zuzug von 2,5 Millionen Menschen. Aber die Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) hält auch noch andere Überraschungen parat.

Steigender Wohlstand sorgt für mehr Migration

Laut den Machern der Studie – Isilda Mara, Richard Grieveson, Sandra Kovacevic und Michael Landesmann – würde sich bei strengeren Zuwanderungsbestimmungen lediglich die illegale Migration verstärken. Deshalb plädieren sie dafür, dass Europa und Afrika in einer Partnerschaft auf Strategien zur Steuerung der Migration setzen sollten. Sie empfehlen einen kontrollierten Zuzug aus Afrika und dem Nahen Osten. Zudem sollten mehr Möglichkeiten zur Weiter- und Ausbildung in Europa geschaffen werden – um nach einer bestimmten Zeit wieder in die Heimat zurückzukehren und dort die Wirtschaft anzukurbeln. Außerdem sollten Geldüberweisungen erleichtert werden.

Dass das System von „Gastauszubildenden“ vermutlich zu ähnlichen Situationen und Ergebnissen führt, wie dies ehemals bei den „Gastarbeitern“ der Fall war, bleibt weitestgehend unbeachtet. Außerdem wird, so die Studienmacher des „wiiw“, die Migration nicht sinken, wenn die Einkommen und der Wohlstand in den Herkunftsländern steigen. Denn bisher sind viele Menschen so arm, dass sie sich Schlepper oder andere Kosten der Migration nicht leisten können. Steigen jedoch die Einkommen – womöglich auch durch die einfacher möglichen Geldüberweisungen – dürfte auch aus armen Herkunftsländern die Migration weiter zunehmen.

Überaltertes Europa

Als einen der Hauptgründe für die zunehmende Migration nach Europa machen die Studienautoren zudem die alternde Bevölkerung aus, die für einen Zuzug aus Ländern mit einem Überschuss an jungen Menschen sorge. Diese würden in Europa als Arbeitskräfte gebraucht und seien derzeit auch der einzige Grund für eine Bevölkerungswachstum in weiten Teilen Europas, so die Studie, die Zuwanderung als alternativlose Bedingung für eine steigende Bevölkerungszahl darstellt.

Mögliche Maßnahmen der Politik durch familienfreundliche Regelungen Anreize zu setzen, die Geburtenrate zu erhöhen, wie dies in einigen europäischen Ländern geschieht, werden schlicht nicht beachtet. Vielmehr wird betont, dass es bereits einen Arbeitskräftemangel in Europa gebe, der sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen wird.

Zudem würden Migranten, die zum Arbeiten ins Land kommen, die Sozialsysteme deutlich weniger nutzen und seien „Nettozahler“, so die Studienmacher, die jedoch einräumen, dass sich dies bei „Nachwanderungen wie etwa Familienzusammenführungen“ ändert. Ob dabei noch der beschriebene Nutzen für die Erhaltung des Sozialsystems in Europa erhalten bleibt, der von Migranten angebliche ausgehe, bleibt in weiterer Folge ungeklärt.

Vielmehr wird nochmals betont, dass legale Migration erleichtert werden müsse, da illegale Migranten kaum Zugang zum Arbeitsmarkt hätten und es ihnen auch schwerfalle einen Beruf zu finden, der zu ihren Qualifikationen passen würde.

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