NÖ: Österreicherin muss Integrationskurs machen!
Foto: Fotolia, Frank Gärtner / Bildkomposition "Wochenblick"

Eine gebürtige Österreicherin soll im Rahmen einer Integrationsvereinbarung Deutsch- und Integrationskurse besuchen, damit sie Mindestsicherung beziehen darf. Das verlangt eine niederösterreichische Bezirkshauptmannschaft von der Frau.

572 Euro statt 844 Euro

Laut Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) sagte die Frau: „Ich bin immer noch verwirrt, dass man das von mir verlangen kann“. Weil die Frau zwei Jahre lang in Deutschland gelebt habt, fällt sie in eine Regelung, die vor allem für anerkannte Asylanten geschaffen wurde.

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„Das niederösterreichische Mindestsicherungsgesetz sieht das für alle BezieherInnen vor, die in den vergangenen sechs Jahren weniger als fünf Jahre in Österreich gelebt haben, egal ob sie Deutsch können, hier geboren sind oder schon lange hier leben“, betont AKNÖ-Sozialrechtsexperte Maximilian Weh.

Die Österreicherin hat über das AMS eine Ausbildung zur Schlosserin mit Auszeichnung abgeschlossen und früher als Dispoassistentin gearbeitet. Jetzt darf die Bezirkshauptmannschaft von ihr verlangen, dass sie Deutsch- und Wertekurse besuchen muss. Außerdem bekommt sie statt 844 Euro Mindestsicherung nur 572 Euro.

Job verloren

Die Frau war nach ihrer Ausbildung bei einer Leihfirma angestellt, deren Auftraggeber sprang aber ab. Die Frau versucht seitdem alles Mögliche, um eine Anstellung zu finden. AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser kritisiert die Regelung scharf und verlangt eine Reparatur des Gesetzes.

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