Ein christlicher Prediger in Norwegen las in seiner Wohngegend in Trondheim öffentlich aus dem Evangelium und betete für die Kranken. Vier junge, muslimische Männer lockten ihn in einen Hinterhalt, beraubten ihn und bedrohten ihn mit dem Umbringen, wenn er nicht zum Islam konvertiert. Zudem stahlen sie ihm umgerechnet knapp 1.000 Euro.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Fußtritte ins Gesicht

Laut Bericht der Zeitung „Norge Idag“ nahm Roar Flottum an einer Gebetsrunde in seiner Kirche in Trondheim teil. Danach ging er in der Stadt herum, las aus der Bibel und sprach Fürbitten für die Kranken. Er traf zufällig eine Gruppe muslimischer Männer und fragte sie, ob er auch für sie beten solle, was sie bejahten. Einer in der Gruppe hatte Rückenschmerzen. Er habe für ihn gebetet und der Schmerz sei angeblich besser geworden. Er sollte auch für einen anderen beten, dessen Schmerzen sich auch besserten. Die vier gaben sich darüber sehr erstaunt, ja fast schockiert, so echt, dass Roar ihnen das abnahm.
Sie wollten ihn zu einem Freund bringen, der einen verletzten Fuß hatte und zur Notambulanz sollte. Roar ging in gutem Glauben mit. Sie waren sehr nett, deshalb vertraute er ihnen. Sie brachten ihn zu einem Hinterhof. Dort angekommen, stießen sie ihn eine Kellertreppe hinunter, schlugen ihn und traten ihm ins Gesicht. Er wehrte sich zwar, schlug aber nicht zurück.

„Sie drohten, auch meine Bankomatkarte, mein Handy und alle Codes mitzunehmen. Sie hielten mich eine Stunde lang fest. Sie drohten, mich zu töten, wenn ich nicht zum Islam konvertiere“, erzählte er. Sie wollten auch, dass er einige Worte auf Arabisch sagt. Er habe Angst gehabt und sei sicher gewesen, sie würden ihn töten. Sie sagten, sie haben ein Messer dabei und wollen keinen Zeugen haben.

Er predigt weiter

Es gehe ihm jetzt – den Umständen entsprechend – gut, sagte er der Zeitung. Trotz der Morddrohung sei er zur Polizei gegangen. Die untersucht den Fall jetzt. Er hoffe, man finde sie und helfe ihnen, weil man sich so gegenüber seinen Mitmenschen nicht verhalte. Er predige viel auf der Straße und so etwas sei noch nie passiert. Er werde auch nicht damit aufhören. Er möchte allen nur über die Liebe Gottes für die Menschen erzählen, sagte Roar.

Laut Polizei wurde bisher niemand festgenommen. Der Vorfall wird als schwerwiegend eingestuft. Der Geldraub ebenso. Die Polizei überprüft jetzt die Videos der Überwachungskameras, wo der Überfall stattfand und hofft auf Hinweise zu den Tätern.