Nostalgie-Eisstockschießen beim Steeg-Wirt in Goisern
Fotos: "Wochenblick"

Klack, klack, klack: Mehr oder weniger schnell knallen die alten Eisstöcke auf die Daube der Eisbahn beim Steeg-Wirt in Bad Goisern, wo es unlängst eine vergnügliche Premiere gab: Das erste Retro-Bradlschiass’n als Auftakt für das darauffolgende einwöchige Welterbe-Taferlschießen, das am letzten Samstag zu Ende ging.

Auf Grund der großen eisstockschießenden Konkurrenz in der Umgebung war die nostalgische Auftaktveranstaltung mit etwa 30 Teilnehmern überaus gut besucht, freut sich Steeg-Wirt-Junior Fritz Grampelhuber. „Da woan Leit‘ dabei, die hoben mit oan 100 Joahr oidn Eisstock gschossen und mit 60 Joahr oide Schuach“, schwärmt er noch Tage später begeistert über das gesellige Spiel im nostalgischen Look. Nicht nur für die Sieger gab es danach Gamskrainer und Hallstatt-Bier.

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Eine schöne, jährliche Tradition

Tags darauf begann das Taferlschießen, das Grampelhuber nun bereits zum zehnten Mal in Folge inszenierte. Früher sei das Spiel eine reine Männerdomäne, erläutert er, doch bei dem von ihm veranstalteten eisigen Taferlschieß-Wettbewerb mischten auch die Frauen mit. Das Eisstockschießen hat im Salzkammergut – aber nicht nur dort – schon eine lange Tradtion. Auch beim Steeg-Wirt habe es winters immer schon eine Eisstockbahn gegeben und daran werde sich auch nichts ändern. Daher werde es auch im nächsten Jahr wieder Eisstockwettbewerbe um Bier und Saubratl geben, die bekanntlich Leib und Seele in einem harmonischen Gleichgewicht halten, verspricht Grampelhuber, der sich wie seine Wirtskollegen im Salzkammergut in der Rolle eines Impressarios für die Dorfgemeinschaft sieht, als eine Art Zeremonienmeister zwischen Tanzsaal und Eisstockbahn.

Frauen durften früher beim „Weiberschießen“ schon mitmischen

Als Wintersportart habe das Eisschießen sicherlich die längste Tradition in unserer Welterberegion, vermutet Reinhard Winterauer, der frühere langjährige Bürgermeister von Bad Goisern. Weil das Eisstockschießen immer auch ein Mannschaftssport war, findet er es schön, dass Grampelhuber mit seinem gemischten Gruppenschießwettbewerb wieder das Teamerlebnis  favorisiert. Denn auch früher schon habe es im regionalen Wintersportkalender ein Weiberschießen gegeben.

Laut Erzählungen betätigte sich Leopold V. schon 1192  beim Eisstockschießen

Eisstockschießen ist auch ein klassenloses Spiel, das seinen Ursprung vermutlich im hohen Norden hat. Es soll im 13. Jahrhundert in Skandinavien erfunden worden sein, doch wenn die Überlieferungen stimmen, dann hat sich bereits 1192 der österreichische Herzog Leopold V. auf der Alten Donau in Erdberg (bei Wien) beim Eisstockschießen vergnügt und dabei auch von der Gefangennahme des englischen Königs Richard Löwenherz erfahren.

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