Das Thema Impfen erregt die Gemüter wie kaum ein anderes. Vehemente Impfgegner gegen dogmatische Impfbefürworter in einem schier endlosen Kampf mit verhärteten Fronten. Bei der aktuellen Diskussion um die Covid-Impfpflicht sind die Positionen jedoch nicht mehr so klar. Geht sie etwa zu weit?

Ein Kommentar von Elsa Mittmannsgruber

„Die uneingeschränkte Reisefreiheit, wie wir sie gekannt haben, wird es nicht geben, solange es keinen Impfstoff gibt“, ließ Bundeskanzler Sebastian Kurz Anfang April verlautbaren. Die ersten Diskussionen rund um Zwangsimpfungen ließen nicht lange auf sich warten. Bisher existiert in Österreich noch keine Impfpflicht, auch nicht bei weitaus gefährlicheren Erregern als das SARS-CoV-2.
Warum also jetzt? Weil wir eingesperrt werden und endlich wieder raus wollen. Zumindest scheint dies das führende Argument der Befürworter sofortiger Corona-Zwangsimpfungen zu sein.

Eine bedenkliche Position, in die wir uns hier begeben. Im Ringen um unsere Freiheit, gepaart mit der medial geschürten Angst vor dem Corona-Virus, sind wir sogar bereit, ungeahnte Gefahren auf uns und unsere Kinder zu nehmen.

Risiken unbekannt

Denn kommt, wie bereits durchsickerte, noch dieses Jahr ein Impfstoff auf den Markt, blieb viel zu wenig Zeit, diesen auch ausreichend zu testen.

Abgesehen davon, dass wir selbst das Corona-Virus noch nicht hinreichend erforscht haben. Welche schwerwiegenden Folgen dies haben kann, zeigte das Beispiel Pandremix.

Dieser Impfstoff war die hastige Antwort auf die Panik vor einer Schweinegrippe-Pandemie. Schließlich kam es zu einer „Epidemie von Narkolepsie-Erkrankungen“, wie es das deutsche Ärzteblatt bezeichnete.

Die Testung eines Impfstoffs benötigt Jahre und selbst dann kann es noch zu schwachen bis sehr starken oder gar tödlichen Nebenwirkungen kommen. Es sollte also gut überlegt sein, ob und wann dieser verabreicht wird. Vor allem, wenn wir dazu gezwungen werden sollen.

Verhältnismäßigkeit?

Abgesehen von einer an sich anzuzweifelnden Zwangsmaßnahme wie dieser stellt sich gerade bei Covid19 die Frage nach der Verhältnismäßigkeit.

Bisher zeigt sich die Krankheit vor allem in Österreich für junge, gesunde Menschen von der harmlosen Seite. Selbst bei den schweren Verläufen und angeführten Todesfällen im Zusammenhang mit Covid19 finden sich noch einige Ungereimtheiten.

Aber natürlich, Fakt ist, dass Menschen durch das Virus schwer erkranken oder sterben können. Und um diese zu schützen, sollen sich alle impfen lassen, um eine Herdenimmunität zu erzeugen – so das Argument der Befürworter der Covid-Impfpflicht.

Umgekehrt stellt sich aber für mich die Frage, ob alle, vor allem die Kinder, für die das Virus ungefährlich ist, das Risiko eines unzureichend getesteten Impfstoffes auf sich nehmen sollen und dadurch vielleicht andere Krankheiten bekommen, um einige wenige damit zu retten.

Nämlich die wenigen Immunschwachen, die sich selbst nicht impfen lassen können, die genauso durch die Milliarden anderen Viren auf unserem Planeten gefährdet sind.

Sollten sich stattdessen nicht einfach Menschen aus Risikogruppen freiwillig impfen lassen und wir dem großen Rest die Chance geben, eine natürliche Herdenimmunität zu entwickeln?

Impfliste verlängert sich

Aber nehmen wir an, dass wir das SARS-CoV in all seinen Mutationen mit einer flächendeckenden, dauerhaften Impfpflicht für alle besiegen. Wo hören wir auf? Es werden wieder neue Krankheiten auftauchen, die Liste der Impfungen wird immer länger werden.

Der Pharmakonzern GSK arbeitet nach eigenen Angaben beispielsweise bereits an Impfungen gegen Bluthochdruck, Akne oder Übergewicht. Vielleicht gibt es auch einmal Impfungen gegen Dummheit, Gier und Boshaftigkeit – das wäre doch eine Errungenschaft.

Der Nachteil ist, dass jede Impfung einen schweren Eingriff in unser Immunsystem darstellt, dessen beispiellose Raffinesse Forschern nach wie vor Rätsel aufgibt. Geklärt ist aber, dass wir im Laufe unseres Lebens Abwehrkräfte entwickeln und damit unser Immunsystem stärken.

Beispielweise bestätigte eine Studie aus Los Angeles, dass der erste Kontakt mit Grippe-Viren im Kindesalter möglicherweise lebenslang den Verlauf von späteren Influenza-Infektionen beeinflusst.

Die Folgen reichen von abgeschwächten Krankheitsverläufen bis hin zur Immunität. Geben wir unserem Immunsystem also immer weniger die Möglichkeit, sich gegen Krankheiten selbst zu wehren, kann es sich nicht stark genug ausbilden und wird dadurch anfälliger.

Das hat auch Auswirkungen auf unsere Neugeborenen, denn die Mutter gibt durch den Nestschutz ihre eigens erworbenen Abwehrkräfte auch an das Kind weiter.

Immunsystem-Schwächung

Da die Viren mutieren, muss der SARS-CoV-2-Impfstoff vermutlich jährlich angepasst und neu verabreicht werden. Zahlreiche Studien zeigen auf, dass uns Impfungen schwächen, wir also für andere Infektionskrankheiten anfälliger sind.

Bei mehreren Untersuchungen in Entwicklungsländern fand sich beispielsweise bei geimpften Säuglingen eine signifikant höhere Sterblichkeit durch Infektionskrankheiten als bei ungeimpften.

Ganz zu schweigen von anderen Nebenwirkungen und ungewissen Langzeitschäden, die uns möglicherweise bei einer Covid-Impfung erwarten. Steht dies also dafür? Bei einer für die große Mehrheit ungefährlichen Krankheit? Meiner Meinung nach nicht.

Bedenklich ist vor allem eines: Der Zwang. Wir sind mündige Bürger und kein Vieh. Wir müssen selbst entscheiden können, was mit unseren Körpern geschieht.

Dazu verpflichtet zu werden, einen kaum getesteten Covid-Impfstoff mit ungewissen Folgen injizieren zu lassen, dazu sogar unsere Verfassungsrechte auszuhebeln, halte ich für äußerst fragwürdig. Wahrscheinlich wird es in Österreich aber auch nicht zu solch drastischen Maßnahmen kommen.

Nach dem Motto Drang statt Zwang wird es uns eher mit Einschränkung der Reisefreiheit, des Zugangs zu Institutionen etc. ungemütlich gemacht – wer nicht gegen Corona geimpft ist, muss halt weiterhin zu Hause bleiben.