Die Bürger der Silberstadt Schwaz müssen sich derzeit wie in einem schlechten Film vorkommen. Nachdem Land und Bund – in beiden regiert eine schwarz-grüne Koalition – auf Vorschlag der EU-Kommission mit den Impfstoff-Herstellern Pfizer/BioNTech einen exklusiven Deal aushandelten, wird der ganze Bezirk zum Impf-Versuchslabor. Damit die Schäfchen auch brav zur Impfbank kommen, greift die Stadtführung nun auf Methoden zurück, die an totalitäre Staaten erinnern. 

ÖVP-Bürgermeister Hans Lintner teilt mit dem grünen Gesundheitsminister Anschober nicht nur die berufliche Vergangenheit als Lehrer, sondern auch die Begeisterung für harte Corona-Maßnahmen, ließ unlängst Polizisten Familien auf Spielplätzen drangsalieren. Auch bei der Impfung ist er ganz auf Linie der Bundesregierung. Seit Tagen wirbt er dafür, dass die Bevölkerung sich an der Feldstudie beteiligen und an der befohlenen Durchimpfung teilnehmen. Damit es auch der letzte Bürger der Knappenstadt weiß, fahren mittlerweile Lautsprecherwagen im Wohngebiet auf.

Wilde Durchsage: „Nur mit Impfung Normalität“

Auf Facebook teilte eine Schwazerin schockiert ein Video online, das die schaurige Durchsage dokumentiert. Wie in einem Horrorfilm, in dem gerade ein gefährliches Mittel in die Umwelt austrat, wird den Bürgern eingebläut: Wenn sie sich nicht impfen lassen, dann war es das wohl für immer mit den Grund- und Freiheitsrechten. Dies lässt zumindest die gruselige Lautsprecherdurchsage erahnen.

Die kritische Bürgerin spricht von „erpresserischer Impfpropaganda“, die sie unbedingt publik machen musste, als ihr das Video zugeschickt wurde. Und tatsächlich ist der Wortlaut schaurig: „Schwaz impft. Anmeldung bis spätestens Montag, 8. März. Nur mit der Impfung können wir wieder Normalität gewinnen. Besiegen wir gemeinsam Corona, jetzt haben wir die Chance. Viel Gesundheit und alles Gute.“

GR Kranzl: „Impf-Propaganda in nordkoreanischer Manier“

Bestürzt über die Aktion zeigte sich der freie Gemeinderat Benjamin Kranzl, der sich in den vergangenen Wochen mit der Protestbewegung gegen die Corona-Maßnahmen solidarisch zeigte und sich diesem auch auf der Straße anschloss. „Derselbe Bürgermeister, der bei der letzten Sitzung noch versicherte, dass ihm keinerlei Pläne zur Abriegelung des Bezirks bekannt seien, macht nun in nordkoreanischer Manier Impf-Propaganda per Lautsprecher,“ ist der Jungpolitiker und Familienvater alarmiert.

Diese „geschmacklose Aktion“ habe zudem zu einem Zeitpunkt stattgefunden, als Demos gegen die schikanösen Maßnahmen im ganzen Bezirk untersagt würden, so Kranzl gegenüber dem Wochenblick. Bei solchen Anwandlungen fühlt er sich an dunkle Zeitalter erinnert: „Diese und weitere Aktionen verleiten mich zu der Aussage:Der neue Austro-Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Wir sind Türkis/Grün“.

Gemeinderatssitzung bald nur mehr mit Impfung?

Die Maßnahmen von Lintner könnten aber noch weiter gehen. Denn schon bei der letzten Sitzung des Gemeinderates bestand der ÖVP-Bürgermeister, seit 1997 im Amt, darauf, dass dessen Vertreter nur an Plenum teilnehmen dürften, wenn sie sich zuvor einem Corona-Test unterzögen. Wer des nicht wollte, musste draußen bleiben.

Ist es also möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis Lintner nur mehr jene über die Gemeindepolitik entscheiden lässt, die seinem indirekten Impfzwang Folge leisten? Dann wäre es um die Demokratie in der zu ihrer Blütezeit im 16. Jahrhundert nach Wien zweitwichtigsten Stadt am Gebiet des heutigen Österreich wahrlich schlecht bestellt…