Dan Kaminsky galt als einer der wichtigsten Experten für digitale Sicherheit. Immer wieder gelang es ihm, Sicherheitslücken in Programmen, Netzseiten und bei Behördenportalen aufzudecken. Seine Anerkennung in der Branche war so groß, dass ihn die wichtige Szene-Zeitschrift „Technology-Review“ einst zum „Retter des Internets“ kürte. Nun starb er mit nur 42 Jahren – offiziell an den Folgen seiner schweren Diabetes. 

Als wichtigste Arbeit des IT-Experten gilt seine Entdeckung im Jahr 2008, dass es einen schweren sicherheitsrelevanten Fehler im Domain Name System (DNS) gab. Dieser erlaubte es Angreifern, sich in nicht existente Unterseiten seriöser Portale – auch bei Bezahlportalen – einzuschalten und dort geschaltene Werbung durch Phishing-Seiten zu ersetzen. Am vergangenen Freitag schloss er seine Augen für immer. Weil er aber nicht einmal zwei Wochen zuvor eine Corona-Impfung erhielt, mehrten sich im Netz die Spekulationen über einen Zusammenhang.

An Ketoazidose oder Impf-Nebenwirkung verstorben?

Offiziell starb Kaminsky an einer Ketoazidose. Darunter versteht man eine Übersäuerung des Blutes, die infolge eines länger anhaltenden Insulin-Mangels auftritt. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine Komplikation, die naturgemäß am ehesten bei Diabetes-Patienten – insbesondere bei Typ-I-Patienten wie Kaminsky – auftritt. Allerdings bleiben einige Fragen offen, selbst wenn auch seine Familie beteuert, dass sein Ableben nichts mit der kürzlich erhaltenen Impfung zu tun hätte. Denn er hätte bereits vor Kurzem Komplikationen mit seiner Zuckerkrankheit gehabt, war deswegen sogar im Krankenhaus.

Dass der Verdacht überhaupt aufkam, hatte damit zu tun, dass Kaminsky am 12. April darüber schrieb, dass er sich in einer Impfstraße impfen ließ. Dort hatte er bereits am 22. März seine Erstimpfung mit dem Pfizer-Präparat erhalten. Drei Wochen später kam er für die zweite Teilimpfung zurück – und war voll des Lobes für den reibungslosen organisatorischen Ablauf. Handelt es sich also möglicherweise um eine Schutzbehauptung seiner Angehörigen auf der Basis ähnlicher Symptome?

Diabetiker als Risikogruppe für Embolien & Thrombosen

Denn immer wieder treten im Rahmen einer Ketoazidose lebensgefährliche und tödliche Sinusvenenthrombosen auf, sprich Blutgerinnsel im Hirnbereich. Dabei handelt es sich um eine Komplikation, die sich bei Typ-1-Diabetes in allen Altersgruppen abspielen kann, obgleich sie bei jüngeren Patienten selten auftritt. Diabetiker leiden auch sonst häufig an Erkrankungen, gegen die sie Gerinnungshemmer, also Blutverdünner einnehmen müssen. Das Thrombose-Risiko bei Menschen, die an Diabetes leiden, ist bekanntlich erhöht.

Zwar gab es bislang keinen Nachweis, dass Diabetiker anfälliger für Impfreaktionen sind – allerdings lässt zumindest der Umstand, dass eine größere Anzahl von Menschen in einer zeitlichen Nähe zur Impfung solche Thrombosen erlitten, aufhorchen. Auch das erhöhte Risiko, eine Lungenembolie zu erleiden ist bei Diabetikern belegt; auch hierbei handelt es sich um eine dokumentierte Impfreaktion. Diese traten zwar vor allem beim Impfstoff von Astra Zeneca, fallweise aber auch beim Pfizer-Vakzin auf. Dabei hatten Experten zuvor vor Komplikationen bei allen drei Mitteln gewarnt.

Doppelter Risikofaktor wird Gerüchte weiter befeuern

Kaminsky galt als glühender Befürworter der mRNA-Technologie, glaubte daran, dass sie eine effektive Impf-Methode sein könnte, mit der auch die Grippe-Impfungen künftig wirksamer würden. Durch seinen plötzlichen Tod kann er nun nicht mehr zusehen, ob diese Prognose eintritt. Die Gerüchte über einen Zusammenhang zu seiner Impfgabe gegen Corona werden vermutlich auch nicht abflauen.

Zu groß ist mittlerweile der Vertrauensverlust in die von Politik & Co. als vermeintlich risikofreie Heilsbringer gepriesenen, schnell entwickelten Impfungen. Alleine, weil zwei Risiko-Faktoren für eine Gerinnungsstörung zusammen kamen, könnte dies aber auch ein Weckruf im Bezug auf die Impfung von Diabetikern sein. Diese stehen nämlich aufgrund ihrer chronischen Krankheit in der Impf-Reihenfolge vieler Länder weit oben…

Das könnte Sie auch interessieren: