Oberösterreich hat jetzt einen Anti-Rassismus-Panda 3
Anschobers Anti-Rassismus-Panda sorgte für viel Gespött im Netz.

Unter Leitung von Integrations-Landesrat Rudi Anschober wurde am Dienstag das Projekt „Rassismus? Mog i ned!“ vorgestellt. Ziel ist die Ermutigung Jugendlicher, entschlossen und aktiv gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufzutreten. Die Gesamtkosten des Projektes betragen etwa 10.000 bis 15.000 Euro.

Passend zur „Internationalen Woche gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ wurde die Kampagne präsentiert. Sie umfasst ein Taschenbuch mit Argumenten gegen Hetze, eine fünfteilige Videokampagne und diverse Aktionen wie Verteilungen auf der Straße. Weitere Referenten waren Dr. Bert Brandstetter, Obman vom Dachverband „Land der Menschen“, Mümtaz Karakurt, MAS, Geschäftsführer von „migrare“, Dr. Marion Wisinger, Autorin des Taschenbuchs und ein Panda als Maskottchen für Anti-Rassismus-Arbeit.

Werbung

Rechtsextreme Bundesverfassung?

Reaktionen aus der Politik haben nicht lange auf sich warten lassen. FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner sagt in einer Aussendung: „Grüne und linke Gutmenschen bezweifeln offenbar die Bundesverfassung“. Grund für die Behauptung ist eine Passage in der Broschüre, die den Grundsatz „das Recht geht vom Volk aus“ in Verbindung mit Rechtsextremismus bringt:

Oberösterreich hat jetzt einen Anti-Rassismus-Panda 1

Der Satz „Das Recht geht vom Volk aus“ wird in der Broschüre als Überbegriff oder Beispiel für eine „Vorstellung von einer ethnisch-kulturell homogenen Volksgemeinschaft“ genannt. Tatsächlich steht aber in Artikel 1 des österreichischen Bundesverfassungsgesetzes (B-VG): „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“

 

Oberösterreich hat jetzt einen Anti-Rassismus-Panda 2

Schreiner kritisiert, dass es laut der Broschüre offenbar unter Rechtsextremismus falle, daran festzuhalten, dass das Recht vom Volk ausgeht.

Pandas sind gute Botschafter

Panda-Botschafter, die Jugendlichen helfen sollen ihren Umgang mit politisch unkorrekten Aussagen und Taten zu verbessern, gibt es nicht nur in Österreich. Das Maskottchen betonte bei der Pressekonferenz auf Nachfrage: „Pandas werden international vielfach von Antirassismus- und ähnlichen Organisationen als Maskottchen für Kampagnen verwendet. Deshalb haben auch wir uns für einen Panda entschieden.“

Broschüre: „Da mach ich nicht mit!“

Präsentiert wurde auch eine Broschüre im Taschenbuchformat, die „neue Argumente für ein gutes Zusammenleben“ liefern soll. Herausgeber ist der Dachverband „Land der Menschen“, dem folgende Vereine angehören:  Caritas OÖ, Diakoniewerk OÖ, Grüne Bildungswerkstatt, Hilfswerk OÖ, Katholische Aktion OÖ, Kinderfreunde OÖ, migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ, ÖGB OÖ, Pädagogische Hochschule des Bundes in OÖ, Rotes Kreuz OÖ, SOS-Menschenrechte und Volkshilfe OÖ.

In dem Heftchen finden sich vor allem Aussagen, die als „rechts“, „rechtspopulistisch“ oder „rassistisch“ kategorisiert werden und beispielhafte Argumente dagegen.

Eine ausführliche „Wochenblick“-Berichterstattung zur Anti-Rassismus-Broschüre folgt.

+++
Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!