Gerade in Zeiten der Krise gilt es, Geld sinnvoll einzusetzen, die Bürger zu entlasten und ihnen etwas zurückzugeben. Daher wurde jetzt in Oberösterreich die Wohnbeihilfe reformiert. Möglich wurde dies durch die höheren Zugangsvoraussetzungen für Drittstaatsangehörige.

„Mir ist es wichtig, dass die Wohnbeihilfe vor allem den Leistungsträgern unserer Gesellschaft zu Gute kommt. Das sind vor allem jene, die durch ihre Leistung Unterstützung verdient haben. Die Förderung wird aus Steuermitteln finanziert und jene Personen, die in das System einbezahlt haben, sollen auch davon profitieren“, eröffnete Landeshauptmannstellvertreter und Wohnbaureferent Manfred Haimbuchner die Pressekonferenz über die Neuerung bei der oberösterreichischen Wohnbeihilfe. Diese dürfte vielen Corona-geplagten Bürgern das Leben deutlich erleichtern, steht doch in Zukunft mehr Geld zur Verfügung.

Familien, Alleinerzieher und Mindestpensionisten profitieren

Inhalt der Reform ist die Angleichung der Einkommensgrenzen an die Ausgleichszulagen-Richtsatz. Dabei handelt es sich – vereinfacht gesagt – um eine massive Erhöhung der Einkommensgrenze für Fördernehmer. In Zukunft erhalten nicht nur die 7.500 Haushalte, die bereits Wohnbeihilfe beziehen, deutlich mehr Geld, sondern auch der Kreis der potentiellen Personen, für die Wohnbeihilfe in Frage käme wurde erweitert. So erhält etwa ab 1. Jänner 2021 eine alleinerziehende Mutter, die aufgrund ihres Einkommens bisher Anspruch auf 49,66 Euro Wohnbeihilfe hatte, zukünftig 277,5 Euro, das sind 227,84 Euro monatlich bzw. 2.734,08 Euro jährlich mehr. Eine fünfköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern, die bisher Wohnbeihilfe in Höhe von 65,13 Euro erhält, kann künftig monatlich die höchstmögliche Wohnbeihilfe von 300 Euro pro Monat erhalten, also um 234,87 Euro mehr. Das sind im Jahre 2.818,44 Euro mehr als Unterstützung für leistbares Wohnen.

Möglich durch Wohnbeihilfe-Reform 2018

Ermöglicht wurde die jetzige Maßnahme durch die Reform der Wohnbeihilfe 2018, als die Zugangsvorausetzungen für Drittstaatsangehörige verschärft wurde. So müssen diese seither Deutschkenntnisse auf Niveau A2 nachweisen. Außerdem muss eine rechtmäßige Aufenthaltsdauer von zumindest fünf Jahren in Österreich gegeben sein und zudem müssen sie für 54 Monate in den letzten fünf Jahren auch eigenes Einkommen bezogen haben. Aus diesen Änderungen ergab sich ein unerwartet hohes Einsparungspotential von 4,8 Millionen Euro in den letzten zwei Jahren. Dieses Geld wurde nun für die neuerliche Reform verwendet. „Vor allem in Zeiten der grassierenden Corona-Pandemie und beginnender Rekordarbeitslosigkeit ist es mir persönlich ein Anliegen, den Menschen in diesem Land zu signalisieren, dass sie nicht alleine sind. Durch die Einsparungen in den vergangenen Jahren ist es uns nun möglich den Bürgern unter die Arme zu greifen“, so Haimbuchner, der entschlossen ist, dort, wo es notwendig ist, zu helfen und sich darüber freut, in der beginnenden Adventzeit tausenden Menschen einen Lichtblick zu bieten.