Altenfeldner Wiesngaudi: Oktoberfest ist bereits gut etabliert

Werbung

Werbung

Starke Dirndl-Phalanx

Altenfeldner Wiesngaudi: Oktoberfest ist bereits gut etabliert

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Noch heute, Tage danach, schwärmen Besucher vom rauschenden Oktoberfest des Fußballvereins Altenfelden, das – am letzten Wochenende bereits zum 12. Mal inszeniert – schon so etwas wie zu einer Institution in der Mühlviertler Granitland-Region geworden ist. Auch heuer haben sich „auf der Wiesn“ in Altenfelden 6.000 Besucher vergnügt und der „Wochenblick“ war am Start-Abend beim Anzapfen dabei.

Eine Reportage von Kurt Guggenbichler

“Wer will schon nach Wien?”

Schon einmal am Münchner Oktoberfest gewesen? – Der Mann, der am Freitagabend voriger Woche vorm Gasthaus Zeller in Altenfelden an seinem Bier zuzelt, runzelt kurz Stirn und Augenbrauen ehe er meine Frage mit der Feststellung beantwortet: „Zu groß, zu schrill, zu teuer.“ – Und wie ist es mit der ebenfalls gerade laufenden Wiener Wiesn? – „Wer will schon nach Wien, wenn wir auch hier ein schönes Oktoberfest haben, das auch gleich losgehen wird.“ Aber wo?

Die Altenfeldener Wiesn, die für Erstbesucher gar nicht so leicht zu finden ist, ist eigentlich ein Stockschützenhaus in einem ehemaligen Gasthausareal, auf dem schon seit 12 Jahren alljährlich die dreitägige Oktoberfestgaudi für die Granitland-Region tobt: stilecht mit Mass-Bier, Weißwürsten, Laugen-Brezeln, einer Schießbude und als lokale Besonderheit eine Granit-Bar mit einer Granit-Arena, in der sich zu späterer Stunde vor allem die Jugend austoben wird.

Im Moment, es ist gerade 19:00 Uhr geworden, ist auf der Wiesn natürlich noch nichts los. Die Sonne ist gerade hinter dem Kirchturm von Altenfelden verschwunden und die herbstliche Abendkühle mischt sich mit der so genannten Blauen Stunde. Vorm Gasthaus auf den Marktplatz sind schon viele Menschen versammelt, die den vom Reitplatz kommenden Festzug erwarten.

ÖSV-Läuferin kam zum Anzapfen

„Erstmals gibt es heute einen Dörfer-Einmarsch“, freut sich Bernhard Leibetseder (62), der Präsident des Altenfelder Fußballvereins, der die Oktoberfestgaudi sozusagen erfunden hat.Entstanden sei das Ganze bei einer Stammtischblödelei, sagt Fußballvereins-
obmann Stefan Pühringer.

Beim ersten Fest zählte man 350 Besucher, und wenn die Wiesn in Altenfelden am Sonntag schließt werden wieder an die 6.000 Gäste da gewesen sein. Doch noch ist die Gaudi nicht eröffnet. Mit dem gerade eintreffenden Festzug, in dem auch eine Schar hübscher junger Reiterinnen hoch zu Ross sofort ins Auge fällt, wird per Pferdefuhrwerk auch das Festbierfass der Brauereien antransportiert.

Auf dem Marktplatz nehmen es die Festveranstalter in Empfang, um es später im „Festzelt“ von Bürgermeister Klaus Gattringer und ÖSV-Skirennläuferin Elisabeth Reisinger aus Peilstein anzapfen zu lassen. Noch weiß niemand, dass man sich diesmal damit etwas plagen wird, letztlich aber würde der gelbe, schäumende Fluss nicht aufzuhalten sein.

Gäste aus dem  Burgenland

Für die Gäste, die die Stockschützenhalle seit 19:00 Uhr so nach und nach füllen, fließt Bier schon vor der offiziellen Eröffnung ab 21:00 Uhr ziemlich zügig. Auch der Verzehr der ersten Weißwürste und Brezn ist bereits gestartet. In den nächsten drei Tagen, so vermutet Präsident Leibetseder, werden wohl wieder an die 6.000 Liter Bier durch die Kehlen der Wiesn-Besucher rinnen.

Diese dürften zudem mindestens 1.200 Weißwürste, 1.200 Bratwürste und 700 Portionen Ochsenkeulen verspeisen. Auch ein Nebenerwerbslandwirt aus Oberkappel, der mit seiner hübschen Bäuerin angereist war, lässt sich Weißwurst und Bier munden. Er komme gern zum Oktoberfest nach Altenfelden, betont er, und müsse nicht unbedingt auf die Wiesn nach München fahren.

Dort wären ihm auch zu viele Fremde, betont er, womit er Ausländer meinte. Hier aber wäre man friedlich unter sich, auch wenn die Besucher mittlerweile schon auch aus Bayern kämen, aus Salzburg und sogar aus dem Burgenland – wie Bernhard Leibetseder stolz erklärt: „Aus Linz sowieso!“

Junge Leute gern in Tracht

Dass auf seinem Oktoberfest auch nie gerauft werde, stellt er als Besonderheit heraus. Das sei auch schon dem Security-Personal aufgefallen. Verwunderte Fragen danach pariert Leibetseder stets mit dem Hinweis, dass die männlichen Oktoberfestbesucher von den Dekolletés der in hübsche Dirndlkleider gewandeten Festbesucherinnen wohl so gefesselt wären, dass sie quasi unfähig seien, sich zu schlagen.

Tatsächlich fällt die starke Phalanx der hübschen Festbesucherinnen auf, die sich schon am ersten Festabend auf dem Wiesn-Gelände tummelt. Darunter auch die „Miss Oktoberfest“, die 20-jährige Lena Berndorfer, eine Altenfachbetreuerin aus Altenfelden, die sich um diese Position beworben hatte, damit sie erneut eines von ihren vier Dirndlkleidern ausführen könne, wie sie betont. Sie trage gern Tracht und habe zudem noch eine Lederhose und einen Lederrock im Schrank zu Hause hängen.

“Das gehört zur Kultur”

„Die nächsten Tage“, sagt sie, „hätte sie aber auch ohne Miss-Würden auf dem Oktoberfest verbracht.“ Für „Mister Oktoberfest“, den feschen Burschen an Lenas Seite, ist der Oktoberfestbesuch ebenfalls Pflicht. „Das gehört zur Kultur“, betont der Hafner René Krenn aus Rohrbach, der sich wie Berndorfer auch gern in die Tracht schmeisst und von daher zwei Lederhosen und einige Oberteile besitzt.

„Miss Bier-Fest“, die 20-jährige Isabella Fleischmann, eine angehende Lehrerin, gesteht nur ein einziges Dirndlkleid zu besitzen – und dies trage sie auch schon seit ihrem 13. Lebensjahr, weil sie seitdem nicht mehr gewachsen sei. Dass ihre zarte Gestalt auch kein Bier verträgt, verpackt „Miss Bier-Fest“ in den Hinweis, dass sie eigentlich gar keins trinkt!

Altenfeldner Wiesngaudi: Oktoberfest ist bereits gut etabliert TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel