Das Leben der Römer am Donau-Limes

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Das Leben der Römer am Donau-Limes

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Auf Hochtouren scheinen die Vorbereitungen für die im nächsten Jahr beginnende Landesausstellung über das Leben der Römer am Donau-Limes in Oberösterreich zu laufen, bei der erstmals auch die Ergebnisse der jüngsten Ausgrabungen in unserem Land einem größeren Publikum gezeigt werden:

Ein auf Ennser Gemeindegebiet freigelegter römischer Kalkbrennofen am Rande des ehemaligen Legionärslagers, ein besonders gut erhaltenes römisches Bad in einer Zivilsiedlung bei der Schlögener Schlinge sowie eine kleine Grenzbefestigungsanlage am ehemaligen Limesabschnitt bei Oberranna, ein so genanntes Burgus, welches ein Mittelding zwischen Wachturm und Kleinkastell war.

Soldatenlager Lauriacum

Der zentrale Standort der Landesausstellung wird natürlich das Museum Lauriacum in Enns sein, das aus diesem Anlass gerade saniert, adaptiert und neu positioniert wird. Lauriacum ist der römische Name von Enns und war einst der größte militärische Stützpunkt in der Provinz Noricum.

Im Standort für die Zweite Italische Legion waren bis zu 6.000 Soldaten stationiert, die Zivilsiedlung wurde von 20.000 Personen bevölkert und hatte somit mehr Einwohner als die Stadt Enns von heute.
Sowohl die Zivilstadt als auch das Militärlager sind heute zum größten Teil überbaut, dennoch entdeckten Archäologen am nördlichen Rand des Militärkastells eine römische Kalkbrennofenanlage.

Dabei handelt es sich um insgesamt 12 Öfen, die die Römer an der Wende vom  2. zum 3. Jahrhundert n. Chr. benötigten, um Unterkünfte für die Legionäre zu bauen, erläutert der Wissenschaftler Felix Lang von der Universität Salzburg, der mit seinem Kollegen, dem Wissenschaftler Hans Rudorfer, einen von diesen beeindruckenden Öfen (Höhe vier Meter, Durchmesser 3,8 Meter) freilegt.

Wertvolle Funde

Später, im 4. Jahrhundert, dürfte einer dieser nicht mehr benötigten Öfen als Mülleimer verwendet worden sein, weil man neben Münzen und Keramiken auch Knochenteile von Tieren – hauptsächlich von Rindern, Maultieren, Hunden, Ziegen und Schafen – aus dem Schutt von Steinen und Ziegeln klaubte. Darüber hinaus fanden die Archäologen auch noch zwei Herkules-Statuen und einen kompletten Weihealtar.

Diese wertvollen Funde werden für die Landesausstellung entsprechend in Szene gesetzt. Besichtigt werden kann dann natürlich auch die im Bereich der Schlögener Schlinge ausgegrabene und besonders gut erhaltene Badeanlage einer kleinen Zivilsiedlung, von der man bereits seit 1838 Kenntnis hatte. Dieses 14 Meter lange und sechs Meter breite Badehaus wird – wie auch der römische Kalkbrennofen und das Militärobjekt in Oberranna – rechtzeitig bis zu Beginn der Landesausstellung mit dauerhaften und begehbaren Schutzbauten versehen.

Das Oberranna-Objekt sei ein Sensationsfund, schwärmt der Archäologe Wolfgang Klimesch, unter dessen Grabungsleitung der Quadriburgus – jenes massive Kleinkastell zwischen Donau und der Bundesstraße B130 mit quadratischem Grundriss und angesetzten Rundtürmen – das Licht der Welt erblickt. Erst ein Viertel der Anlage ist bisher vom Schutt befreit, doch schon jetzt könne gesagt werden, dass es sich dabei um das mit Abstand besterhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs handeln wird.

Lebendige Geschichte

Das aufgehende Mauerwerk sei teilweise bis in eine Höhe von zwei Metern erhalten und die Fundamente ragen bis zu 1,5 Metern in die Erde. Unter dem Asphalt der Straße „kratzt“ der Rest des Turmes wie der Englhartszeller Bürgermeister Roland Pichler erklärt, der an der Ausgrabungsstelle öfter Nachschau hält. Besonders stolz zeigt er die gut sichtbaren Lagen des Wandverputzes sowie das besondere Highlight dieses Ausgrabungsobjekts: eine beinahe vollständig erhaltene römische Badewanne.

Pichler sowie Klimesch sind überzeugt, dass die Besucher der Landesausstellung davon begeistert sein werden. Ihnen werden sich die drei spektakulären Außenobjekte der Schau „als selbsterklärende Museen präsentieren“, erläutert der Archäologe Klimesch, der auch überzeugt ist, dass die Objekte sicher dazu beitragen werden, Besuchern das Leben der Legionäre am Limes gut zu veranschaulichen.

Auf dem Staatsgebiet des heutigen Österreichs sicherte der Donaulimes einst auf einer Länge von 350 Kilometern von Boitro (Passau) bis Carnuntum (bei Bad Deutsch-Altenburg) das römische Imperium. Am Limes entlang führte nicht nur eine Straße, es erstreckten sich auch jede Menge Wachttürme, Kleinkastelle, militärische Siedlungen, zivile Stützpunkte und Verwaltungszentren entlang der Demarkationslinie. So ziemlich in der geographischen Mitte dieses Abschnitts lag das  Legionslager Lauriacum.

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