Bäume sind grüne Kulturdenkmäler. Mit ihnen sollte ebenso sorgfältig umgegangen werden wie mit alten Gebäuden oder alten Autos, sagt der Eferdinger Baumdoktor Markus Degner, von dem jeder „ein Pickerl für den Baum“ bekommen kann wie er betont.
Denn wie Oldtimer bedürfen auch Bäume, vor allem wenn sie schon mehrere hundert Jahre alt sein sollten, der besonderen Wartung und Pflege. Aber auch jüngere Gewächse wollen kontrolliert, begutachtet und registriert sein.
Bestand bewahren
Denn Bäume sind weit entwickelte Pflanzen und gehören zu den größten Organismen der Welt. „Sie sind wichtig für das Kleinklima und ästhetisch sind sie auch“, erläutert Degner, der sich mit einer Firma „Der Baumfreund“ um die Erhaltung der Sauerstoffproduzenten und des wichtigen Lebensraums für Kleintiere bemüht.
Das Bewusstsein bei der Bevölkerung für die Erhaltung des Baumbestandes ist in den letzten vierzig Jahren zwar enorm gestiegen, dennoch muss nicht jeder Baum auf dieser Welt gerettet werden. Bei diesem Bemühen sei oft Ideologie im Spiel und wenig Fachwissen, glaubt der 51-Jährige, weil es oft wirklich besser sei, einen kranken Baum durch einen neuen zu ersetzen. „Man kann nicht immer auf Teufel-komm-raus alle Bäume erhalten.“
Falsche Behandlung
Wie es um den Zustand ihrer Bäume bestellt ist, vermögen Park- oder Waldbesitzer selber meist nicht zu beurteilen. Dafür gibt es dann den grünen Allgemeinmediziner wie Markus Degner, einen geprüften Meister der Baumpflege- und Baumsanierung, der sagt, was getan werden muss oder auch nicht. Seine Dienste werden verstärkt von öffentlichen Institutionen und Einrichtungen in Anspruch genommen, die verpflichtet sind, ihre Baumbestände überprüfen zu lassen.
Dies geschehe vor allem aus Sicherheits- und aus versicherungstechnischen Gründen, aber auch bei den Privaten wird das Bedürfnis auf der sicheren Seiten sein zu wollen immer größer. Darüber hinaus wissen auch nicht immer alle Baumbesitzer wie ihre grünen Lungen fachgerecht zu pflegen sind. „Das sieht man oft an den viel zu starken Baumschnitten“, sagt Degner.
Baumsterben
Diese seien nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv.
Degners persönlicher Lieblingsbaum ist die Tanne, weil es „auch mein Geburtsbaum ist“ wie er feststellt, aber auch Linden und Eichen mag er sehr. Bei den Eschen ist in den letzten Jahren leider ein Rückgang zu beobachten, weil viele stürben.
Wenn ein Baum gar nicht mehr gerettet werden kann, wird er – was oft in Nationalparks zu sehen ist – gern sich selbst überlassen, dem Verfall preisgegeben. Aber auch absterbende Bäume haben etwas Würdevolles, Mystisches, und werden damit zu stummen Zeugen unserer Vergangenheit – wie Burgruinen.