„Der Skisport wird seine Bedeutung beibehalten”

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„Der Skisport wird seine Bedeutung beibehalten”

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Ist der Skisport in der Krise? Können sich Familien das Skifahren angesichts von Tageskartenpreisen von über 50 Euro überhaupt leisten? Und ist ein vor Jahren diskutiertes Weltcuprennen im Zentralraum noch denkbar? Wir plauderten mit Manfred Schauberger, dem Obmann eines der größten Skivereine des Landes.

 

Welche Rolle spielen Skivereine wie Ihrer für das Skifahren in Linz und OÖ?
Der ASKÖ Skiverein Linz hat den Skisport in Linz wesentlich geprägt, auch durch viele Funktionäre beim ÖSV. Jahrzehntelang hat der Skiverein auch die Bezirksschulmeisterschaften veranstaltet. Und mit dem Linzer Skibasar haben wir eine Institution geschaffen, die seit fast 35 Jahren wintersportbegeisterten Menschen günstige Ausrüstung ermöglicht.

Sie betreiben auch intensive Nachwuchsarbeit. Wie schwer ist es, Kinder noch zum Skisport zu bringen?
Kinder sind nach wie vor für den Skisport zu begeistern. Egal ob auf sportlichem Niveau oder nur zur Freizeit. Wichtig ist nur, sie von der Glotze wegzubekommen. Bewegung in einer Winterlandschaft begeistert nach wie vor.

„Skifahren kann man sich heute gar nicht mehr leisten“ – wie stehen Sie zu diesem Vorwurf angesichts von Tageskartenpreisen über 50 Euro?
Es sind auch die Ansprüche im oberen Segment gestiegen. Wer in die Top-Skigebiete will, muss natürlich auch entsprechend Geld hinlegen,  sowohl für Liftkarten als auch für Quartiere. Mit Kirchschlag, Sternstein, Hochficht und Hinterstoder oder Kasberg haben wir aber in weniger als einer Autostunde von Linz tolle Möglichkeiten zum Skifahren. Diese Gebiete bieten auch günstige Kinder- und Familienpakete, so dass Skifahren bzw. Wintersport mit Sicherheit nicht weniger leistbar ist als früher.

Im Linzer Raum greift ein Skiliftsterben um sich. In Kirchschlag gibt es nur mehr drei Lifte und auch auf der Koglerau wurde der Betrieb heuer eingestellt.
Kirchschlag bei Linz – und hier Andreas Pilsl als Pionier mit seiner Kunstschnee-Anlage – bietet immer noch die relativ schneesichere Möglichkeit, skizufahren. Wir nutzen Kirchschlag für unsere wöchentlichen Kurse mit Kindern und auch für das Slalom Training. Die niedriger gelegenen Lifte und Skigebiete sind aufgrund der wärmeren Temperaturen im Winter auch mit Kunstschnee nicht mehr zu betreiben.

Vor Jahren war mal angedacht, auf der Mayrwiesen am Pöstlingberg ein Weltcuprennen zu veranstalten. Ist das noch aktuell?
Für Weltcuprennen gelten natürlich gewisse Bestimmungen seitens der FIS, was Neigung und Höhenunterschied anbelangt. Die werden am Pöstlingberg nicht erreicht.  Es wären also bestenfalls Einladungsrennen möglich. Außerdem müssen große Sattelschlepper ins Zielgelände fahren können, was wir auf der Mayrwiesen auch nicht zusammenbringen. Also sehe ich keine großen Möglichkeiten für solche Rennen auf der Mayrwiesen, obwohl es sehr reizvoll wäre.

Ist das Projekt endgültig gestorben oder könnte es eine Wiederauferstehung geben?
Was wir in der Zukunft aber sehr wohl in Linz machen können, sind nordische Bewerbe. Vom Sprunglauf angefangen – es gab eine Sprungschanze vor dem Krieg auf der Mayrwiesen –, Biathlon, etc. In diesem Bereich würde ich gerne Akzente setzen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Skisports?
International wird Skisport seine Bedeutung schon beibehalten, insbesondere in den Alpen und in Nordamerika. China plant ja hier auch Akzente zu setzen, also kann auch Asien einen Aufschwung in Sachen Skifahren erleben.

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