Der Welser Stadtplatz wurde wiederbelebt

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Der Welser Stadtplatz wurde wiederbelebt

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Heute ist der Stadtplatz wieder der Hauptplatz der Welser. Das war nicht immer so: Denn in den ersten drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg pulsierte das Leben auf dem Kaiser-Josef-Platz und in dieser Zeit war die heutige gute Stube der Welser unterm Ledererturm trotz ihrer vielen Baujuwelen ein glanzloser und stiller, weil wenig frequentierter Ort.

Wiederbelebung

Dass es dort heute überhaupt etwas neu zu gestalten gibt, ist der Verdienst einer Initiative von Geschäftsleuten, die sich vor 40 Jahren für die Renovierung und Wiederbelebung des Stadtplatzes eingesetzt hat, wenn auch nicht ganz uneigennützig.

Denn ohne deren Vorpreschen und deren Engagement  hätte die rote Stadtverwaltung vermutlich von sich aus keinen Finger für die Wiederbelebung des schönen Stadtplatzes gerührt.

Konkurrenz

Eine Augenweide war der KaJe auch in den 1970er-Jahren schon nicht mehr, aber wegen der vielen florierenden Geschäfte und Gasthäuser sowie gut besuchten Kinos, die es dort gab, gut frequentiert und somit der eigentliche Hauptplatz der Welser.

Auch in den Straßen rundherum herrschte eine rege und bis über die Ringstraße hinausreichende Geschäftigkeit. Wer jemanden treffen wollte, brauchte damals nur auf den KaJe zu gehen.

Schlechtes Image

Beim Stadtplatz, dem schmucken, aber vernachlässigten innerstädtischen Heideröslein sah die Sache anders aus.

Der hatte damals kein gutes Image und musste sich mit seinem Aschenputteldasein begnügen, berichtete die damals erscheinende Lokalzeitung „Welser Bild“, weil man dort „nie einen freien Parkplatz fand und kaum noch attraktive Geschäfte“, von denen so nach und nach eins nach dem anderen auch noch zusperrte.

Zwei Gasthäuser, ein Perückenladen, zwei Bekleidungshäuser, ein Lebensmittelgroßhändler, ein exklusives Glasgeschäft sowie ein Zeitungsstand habe der Stadtplatz seit 1971 eingebüßt, resümierte im Februar 1977 verzweifelt der Textilhändler Günther Eybl, der diese Situation mit dem Rest der noch wacker ausharrenden Ladenbetreiber auf diesem Platz sorgenvoll beobachtete.

Hilfe, der Stadtplatz stirbt!

Schon Monate zuvor hatte die Betreiberin des Kindermodengeschäfts Obgrasser das zunehmende Geschäftesterben  registriert und daraufhin panisch ihren schräg vis-a-vis arbeitenden Geschäftskollegen telefonisch mit den Worten aufgeschreckt: „Hilfe, Herr Eybl, der Stadtplatz stirbt!“ (siehe alte Zeitungen Bild oben).

Für Eybl war dieser Obgrasser-Ruf wie ein Trompetensignal zum Angriff. Die Worte der Frau Obgrasser klangen im wohl noch im Ohr als der Textilgroßhändler und Reserveoffizier etwa 25 Gleichgesinnte seiner Aktionsgemeinschaft „Rettet den Welser Stadtplatz“ mobilisierte, um nun das völlige Erliegen jeglichen Lebens an diesem Ort aktiv zu bekämpfen. Gemeinsam begannen sie Druck zu machen auf die Stadtverantwortlichen.

Geglücktes Comeback

Heute weiß man, dass die Stadtplatz-Kämpfer damit erfolgreich waren.

Der Platz wurde renoviert, neu möbliert und mit Veranstaltungen durch die Aktionsgemeinschaft belebt, wodurch er sich seine Rolle als Begegnungsstätte der Welser wieder glanzvoll zurückeroberte, während der KaJe so nach und nach sein Image als Ersatzstadtplatz verlor.

Verworfene Idee

Was jedoch noch heute viele Messestadt-Bewohner bedauern, ist die Tatsache, dass eine Mitte der 1980er-Jahre aufgekommene Idee des Welser Rotary-Clubs, das 1870 abgebrannte Fischertor am östlichen Ende des Stadtplatzes wieder zu errichten, nicht realisiert wurde.

Die Originalpläne des Turms wären vorhanden gewesen, doch wegen der Kosten, sehr viel mehr aber noch wegen des massiven Widerstands moderner Architekten wurde diese Überlegung verworfen. So muss der Stadtplatz weiterhin ohne einen schönen östlichen Platzabschluss leben.

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