Durch Corona-Maßnahmen: Leute schrammen an der Armutsgrenze entlang

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Die Pleiten werden heuer zunehmen

Durch Corona-Maßnahmen: Leute schrammen an der Armutsgrenze entlang

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Wohin wird das noch alles führen? Auch immer mehr Oberösterreicher können sich ihr Leben bald nicht mehr leisten. Schon jetzt leben viele von ihrem Ersparten oder auf Pump, indem sie ihr Konto überziehen.

“Ich wüsste sonst nicht, wie ich über die Runden kommen sollte”, sagt eine alleinerziehende Mutter aus Wels, die dort als Verkäuferin arbeitet, aber trotzdem an der Armutsgrenze entlang schrammt. Ihren Namen möchte sie nicht sagen, weil sie sich geniert, obwohl weder sie noch andere etwas für die Teuerungsrate können. Seit dem Jänner vorigen Jahres haben sich die Lebenshaltungskosten um 5,1 Prozent erhöht. Nach der Einschätzung von Franz Schellhorn, dem Direktor der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria, ist dies der größte Preisschub seit 40 Jahren. Zu schaffen machen den Familien vor allem die Kosten für Gas, Heizöl oder Strom.

Überlegen, wann man sich das Heizen leisten kann

“Ich kann jetzt nicht mehr so viel Waschen wie früher”, betont die Verkäuferin, die auch Mutter eines Kleinkindes ist. Sie schaut auch in den Diskontmärkten stets nach den Sonderangeboten. Dies tun auch viele Mindestpensionisten, die ihre Wohnungen nicht mehr durchgehend beheizen, wie ein Rentner aus Vöcklabruck eingesteht, weil er sich genau überlegen muss, wann und ob er sich dies leisten kann. Auch ein ehemaliger Kellner in Traun kann seine Fixkosten nicht mehr wirklich decken. Nach Kenntnis des Vergleichsportals „Durchblicker“ beklagt jeder Fünfte im Land Einkommenseinbußen.

Pleitewelle, Privatkonkurse und Pfändungen

Bei der Schuldnerberatung wird heuer ein deutlicher Anstieg bei Pfändungen und Privatkonkursen erwartet, die eine Folge der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen sind. Auch die Experten des Wirtschaftsinformationsdienstleisters KSV1870 erwarten heuer eine Pleitewelle, auch wenn führende Geldpolitiker und Ökonomen schon im Vorjahr erklärt hatten, dass wir uns wegen der stark steigenden Preise keine Sorgen machen müssten. Die Einheitsmedien werden auch nicht müde zu behaupten, dass die Oberösterreicher – wie auch die restliche Bevölkerung im Land – bislang ganz gut durch die zweijährige Corona-Krise gekommen wären. Das einzige, was der alleinerziehenden Welser Verkäuferin und Mutter dazu einfällt, sind drei Worte: “So ein Schmarrn!”

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