Ein Kleinod regionaler Wirtshauskultur

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Ein Kleinod regionaler Wirtshauskultur

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Sowie die Sonnenstrahlen ein wenig wärmer und dauerhafter werden, lässt der Welser „Gösser-Bräu“-Patron Jörg Wanik wieder den idyllischen Biergarten seiner Gastwirtschaft möblieren.

Dass es diese schöne Grünoase mit Verköstigung inmitten der Stadt überhaupt gibt, verdanken die Welser einer fehlgeleiteten Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die die Biersäle des „Gösser Bräus“ zerstörte. Franz Wanik, der Großvater des heutigen Wirts, verzichte nämlich auf ihren Wiederaufbau und pflanzte  auf der Brache Kastanien. Damit legte er den Grundstein für einen der schönsten und stark frequentierten Gastgärten von Wels.

Der 62-jährige Jörg Wanik weiß, was er am Garten des ererbten Gastbetriebes, der heute als ein Drei-Sterne-Hotel-Restaurant geführt wird, hat: ein Kleinod regionaler Wirtshauskultur, das gehegt und gepflegt sein will. Der sorgsame Umgang mit dem Erbe seiner Vorfahren ist ihm nicht nur Verpflichtung, sondern auch ein Anliegen und Erfolgsrezept, dem er sich noch lange widmen möchte, auch wenn er nur mehr der Coach für seine Töchter sei wie er kokett bemerkt.

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Obwohl von einer Übergabe des Betriebs noch lange keine Rede sein dürfte, so sind doch die Weichen für die Zukunft gestellt wie ein Besuch bei ihm zeigt, weil auch seine beiden Töchter  Eva und Anna im Haus schon Verantwortung tragen. „Eva schupft das Hotel und die Anna kümmert sich um Finanzen und Personal“, sagt Papa Jörg Wanik nicht ohne Stolz, der das „Gösser“ 1986 von seinen Eltern Johann und Ehrentraud Wanik  übernommen hat.

Die Eltern haben es seit 1955 geführt und im Laufe ihres Wirkens zu einem beliebten Treffnkt für große und kleine Leute gemacht. Denn nicht nur lokale, sondern manchmal auch überregionale Prominenz mischte sich dort gern mit den Welser Bürgern in einem gemütlichen Ambiente, dass der Sohn später mit seiner Frau Margit mit viel Fingerspitzengefühl renovierte und modernisierte.

Traditionsgasthaus – bereits 1631 erwähnt

Unter anderem richtete er 21 stilvolle Hotelzimmer ein, die jährlich zu 70 Prozent ausgelastet sind. Das Traditionsgasthaus am Kaiser-Josef-Platz, das 1631 eine erste urkundliche Erwähnung fand,  gehörte im 19. Jahrhundert der Würzburger Brauerei, die dort Bier erzeugte. Diese wurde 1925 an die Gösser Brauerei verkauft und seit 1932 wird das Haus von der Familie Wanik als Wirtshaus geführt.

Bier wird dort längst nicht mehr gebraut, dafür aber jede Menge ausgeschenkt. An die 13.000 Hektoliter sollen es jährlich sein, denn das „Gösser Bräu“ wird vor allem wegen seiner gepflegten Biere und seiner bodenständigen Küche von seinen Gästen geschätzt.

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Ist das Wirtshaussterben noch zu stoppen? 1

 

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