Ein Welser kümmert sich um die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

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Folgen des Krieges

Ein Welser kümmert sich um die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

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Die Beendigung des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, dem in diesem Jahr allerorten gedacht wird, lenkt unsere Blicke auch auf die Millionen von Toten, die dieses Völkerschlachten gekostet hat, und um deren Gräber sich das Schwarze Kreuz in Österreich sehr engagiert kümmert.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Dessen Generalsekretär, der 68-jährige Welser Alexander Barthou, ein ehemaliger Bundesheer-Offizier, verweist auf noch rund 100 Anlagen in unserem Land mit mehrheitlich russischen Gefallenen. Und mehr als 400 Grabstellen mit umgekommenen Soldaten der ehemaligen k.u.k-Armee Österreich-Ungarns gebe es noch im Ausland.

Noch immer 300.000 Kriegsvermisste

„Vor allem in Oberitalien, wo unsere Organisation die letzten Ruhestätten vor dem Verfall bewahrt“, erläutert Barthou, der betont: Schlimm sei, dass es noch 300.000 Kriegsvermisste gebe, die unbekannt beerdigt sind.
Der Generalsekretär und Oberst a. D. bemerkt auch ein zunehmendes Interesse der Enkel-Generation, ihre in fremder Erde liegenden Großväter heimzuholen, sofern sie wissen wo sie ihre Gräber finden können.

Das zumindest sei ein wenig erfreulich und berühre ihn sehr, wie Barthou auf Nachfrage eingesteht. „Wir bekommen auch laufend Anfragen wegen Umbettungen und haben in den letzten Jahren schon an die 20 Toten, vor allem Italiener, in ihre Heimat überführen können.“

Politiker zu wenig engagiert?

Das Interesse der Jugend an dieser Thematik wächst, glaubt der Generalsekretär weshalb es heuer im Herbst, anlässlich des Gedenkjahres, auf dem Wiener Zentralfriedhof eine Großveranstaltung des Schwarzen Kreuzes mit internationaler Beteiligung und viel Jugend geben werde, sagt Barthou. Wir alle, vor allem aber die Politiker, hätten die moralische Verpflichtung, das Andenken an diese Gefallenen wach zu halten.

Sind die Politiker in dieser Hinsicht zu wenig engagiert? „Verbal nicht“, kommt es wie aus der Pistole geschossen aus dem Mund des Generalsekretärs, doch in der Vergangenheit hätte er sich manchmal mehr finanzielle Unterstützung gewünscht. Vor allem bei der Suche nach Geld-Mitteln sei er stets auf die Hilfe des Innenministeriums angewiesen.

„Man lebt bewusster“

Doch Barthou gibt zu, dass sich die die Lage hinsichtlich Unterstützung seit Innenminister Wolfgang Sobotka verbessert habe und er glaubt auch, dass dieser Kurs unter Herbert Kickl fortgesetzt werde.

Hat die tägliche Beschäftigung mit dem Tod auch Auswirkungen auf seine eigene Psyche? Denkt man bei der Beschäftigung mit Gefallenen und Gräbern auch häufiger an das eigene Ableben? Alexander Barthou bleibt die Antwort auf diese Frage schuldig, sagt aber: „Man lebt bewusster“.

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