Frankenburg: Das schlimme Schicksal der Bauern

Frankenburg: Das schlimme Schicksal der Bauern

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Bald wird in Frankenburg wieder um Leben und Tod gewürfelt Allerdings nicht wirklich, sondern nur in dem dort zur Aufführung gelangenden Freilufttheaterstück mit dem Titel „Frankenburger Würfelspiel“ (Premiere: 28. Juli).

Damit wird heuer erneut an das furchtbare Geschehen erinnert, das sich am 15. Mai 1625 auf dem Haushamer Feld zugetragen hat.

Tradition seit 1925

Dieser Ort liegt heute in der Gemeinde Pfaffing bei Vöcklamarkt und ist elf Kilometer von Frankenburg entfernt. Damals allerdings gehörte Pfaffing zur Grafschaft Frankenburg, weshalb das furchtbare Ereignis aus der Zeit des 30jährigen Krieges auch alle zwei Jahre in Frankenburg von Laiendarstellern inszeniert wird, und das schon seit 1925.

Evangelische Bauern lehnten sich gegen katholischen Herrscher auf

Was aber ist vor nun schon 392 Jahren so Schreckliches auf dem Haushamerfeld passiert, dass die Erinnerung daran bis heute anhält? Ein schauriges Blutgericht, bei dem ein gewisser Graf Adam von Herberstorff Regie führte. Der war der bayerische Statthalter in Oberösterreich, das Kaiser Ferdinand II. an Bayern verpfändet hatte. Gleichzeitig setzte der Monarch alles daran, in Frankenburg, dessen bäuerliche Bevölkerung überwiegend protestantisch war, die Gegenreformation voranzutreiben. Die Bauern, die ohnehin schon unter der Fron und den Steuern der bayerischen Besatzer zu leiden hatten, waren empört und als ein katholischer Geistlicher in ihrem Ort eingesetzt werden sollte, kam es zur Rebellion.

Bauern mussten grausames Spiel auf Leben und Tod durchstehen

Diese währte aber nur kurz und die Strafe für die Aufständischen folgte auf dem Fuß. Da ihnen Herberstorff ein „gnädiges Gericht“ zugesichert hatte, ließ er nicht alle 38 zum Gerichtstermin einberufenen Männer aufknüpfen, sondern nur jeden zweiten. Denn die Deliquenten mussten paarweise um ihr Leben würfeln und dabei war einer immer der Verlierer. So starben 19 Männer unter der mächtigen Linde auf dem Haushamerfeld, das zurzeit noch der Schnee wie ein weißes Leichentuch bedeckt.

An das perfide Spiel um Leben und Tod erinnert an Ort und Stelle ein steinernes Denkmal und eine Tafel mit den Namen der Getöteten. Am 5. Februar um 11:00 Uhr wird das Historiendrama vom Frankenburger Würfelspiel-Ensemble erstmals auch im Linzer Brucknerhaus aufgeführt.

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