Freistädter Schlossmuseum: Großer Zuspruch für Grenz-Ausstellung

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Steigendes Interesse an regionaler Geschichte

Freistädter Schlossmuseum: Großer Zuspruch für Grenz-Ausstellung

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Wie läuft’s? – „Ganz gut“, sagt Fritz Fellner (61), der Kustos des Freistädter Schlossmuseums, womit er den Zuspruch für die seit April laufende Ausstellung „Hart an der Grenze“ bestätigt, während gerade wieder eine große Gruppe Interessierter aus Asten sein Museumsfoyer füllt.

Ein Beitrag von Kurt Guggenbichler

Es sind die Mühlviertler und die Südböhmen, die seit 800 Jahren an einer Grenze leben, die sich schon mehrmals verändert hat. Denn die politische Grenze in diesem Raum sei immer eine künstliche gewesen, die sich schon oft verschob.

Amt des Kustos

Aus Anlass des schicksalhaften 1918er-Jahrs, nach dem wieder einmal neue Grenzen gezogen wurden, wurde das Thema nun in Freistadt unter dem Übertitel „Wendezeiten“ in zwei Räumen zu Füßen des 50 Meter hohen Schlossturms von Fellner aufbereitet.
Fellner ist ein Kenner der Heimatgeschichte und Autor zahlreicher heimatkundlicher Aufsätze und Bücher. Als leidenschaftlicher Fotograf dokumentiert er auch das Leben in seiner Region zusätzlich mit der Kamera – für die Nachwelt.

Die Zahl der geschossenen Fotos kann er wohl nicht mehr zählen, die Zahl seiner Bücher schon. „Zehn bis 15 werden es sein“, schätzt er. Dafür weiß er die Anzahl der von ihm kuratierten Ausstellungen sehr genau: „Es sind 95“, betont er, seit er im Jahr 2000 seinen Vorgänger Adolf Karl Bodingbauer († 2012) im Amt des Kustos abgelöst hat.

Regionalität

Fellners bislang erfolgreichste Ausstellung, was die Zahl der Besucher anbelangt, sei die zum Thema Wirtshauskultur in Freistadt gewesen. Diese Ausstellung hat die Leute in Scharen angezogen, freut er sich noch im Nachhinein, während wir beide in 35 Metern luftiger Höhe am so genannten Rundlauf der Türmerstube an der Brüstung lehnen und die Aussicht genießen. Fast liebevoll schaut der gebürtige Lester Fritz Fellner über Freistadt hinweg, den Ort, in dem er zur Schule gegangen ist.

Gerade kommt die Sonne wieder einmal kurz aus den Wolken hervor und lässt den Kustos noch begeisterter von seiner Arbeit erzählen. Natürlich stelle auch er ein gesteigertes Interesse der Menschen an Ausstellungen mit geschichtlichen Themen fest, sagt er, wenn diese auf die Ebene der Regionalität heruntergebrochen sind.

800-Jahre-Schau

Allerdings: Mit einer Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte wie es sie in vielen volkskundlichen Heimathäusern gebe, locke man heute keinen Menschen mehr hinterm Ofen hervor. Was die Menschen wirklich interessiere, resümiert Fellner, seien konkret aufbereitete Themen aus der Region. Für seine Ausstellung Freistädter Wirtschaft im Wandel, die er bereits geistig vorbereitet, erwartet er sich großes Interesse, ebenso von der 2020 stattfinden Schau „800 Jahre Freistädter Stadtgeschichte“.

Hauptsächlich seien es ältere Menschen, die sich für historische Themen begeistern, und zwar aus nostalgischen Gründen wie Fellner vermutet. „Wer schaut nicht gern in die Zeit seiner Jugend zurück?“ Dennoch freut er sich über das Interesse und hält es auch für enorm wichtig, dass sich die Leute für Geschichte interessieren. Denn zum Verständnis der Gegenwart sei – wie er fest glaubt –, eines unbedingt erforderlich: das Wissen über die Vergangenheit.

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