Hintergründe: Deshalb ist heute Fronleichnam

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Hintergründe: Deshalb ist heute Fronleichnam

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Mit „Fronleichnam“ hat heuer am 15. Juni die Zeit der „beweglichen“ kirchlichen Feiertage, die vom ebenfalls unterschiedlichen Datum des Osterfestes ausgehen, ihr Ende.

Seit dem 14. Jahrhundert gilt: Fronleichnam wird nach „Trinitas“, dem „Dreifaltigkeitssonntag (=Sonntag nach Pfingsten) gefeiert – im Vorjahr übrigens am 26. Mai.

Kirchliche Messen

Heuer kommt noch dazu, dass an diesem Tag auch der heilige Vitus (Veit) Namenstag hat. Er ist einer der großen 14 Nothelfer, der insbesondere bei der früher als „Veitstanz“ bezeichneten Epilepsie und krampfhaften Anfällen angerufen wird.

Darüber hinaus stehen unter seinem Patronat u. a.  Sachsen, Böhmen oder Sizilien, aber auch Mönchengladbach oder Krems (Wachau). Auf seine Hilfe bauen Apotheker, Schauspieler und Bierbrauer ebenso wie Stumme und Gehörlose oder unfruchtbare Frauen.

Doch der Veit soll uns den Blick auf Fronleichnam, ein besonders in den Alpenländern kreativ, ja prunkvoll gestaltetes Fest, nicht verstellen. Auf ein Ereignis, dessen Name sich aus „fron (Herr)“ und „l(e)ichnam (lebendiger Leib)“ zusammensetzt. Gemeint ist also der Leib des Herrn, der bei den kirchlichen Messen im Altarssakrament (Wandlung) besonders verehrt wird.

Prächtige Kränze

Die festliche Gestaltung durch die Gläubigen geht auch durch Beinamen wie „Kranzltag“ (Kränze als Kopfschmuck der Mädchen) oder Prangtag (für prangen, herrlich hervorleuchten) zurück.

Und erst recht kennt man Fronleichnam von seiner Prozession her, einem Umzug der Gläubigen mit vier Stationen, dessen Weg mit Birkenzweigen, verstreuten Blumen und geschmückten Fenstern markiert ist.

Im Buch „Zwischen Aperschnalzen und Zwetschkenkrampus“ (Oö.Landesverlag 1993) ist die Entwicklung zum heutigen Umzug wie folgt beschrieben: „Nach dem bloßen Aussetzen des Allerheiligsten kam schon im Mittelalter eine Prozession auf, ebenso wie Flurumgänge im Frühsommer häufig abgehalten wurden. Dabei war es üblich, an vier Stellen zu halten und nach den vier Himmelsrichtungen segnend die Anfänge der vier Evangelien zu singen.

Spiele für das Volk

Große Bedeutung bekam Fronleichnam und vor allem die Prozession durch die Gegenreformation… Zu dieser Zeit wurde es durch den Glaubenskampf für die Behörden politische Notwendigkeit mitzu­gehen…

So gestaltete man diese volkreichen Umzüge als prunkvolle geistliche Schauspiele mit Fahnen, Musik- und Gesangsvorträgen, mitgetragenen Bildern und Statuen und auch durch religiöse Spiele. Es war eine gute Gelegenheit (z. B. für die Zünfte), sich zu präsentieren.“

Tourismus profitiert

Ein Fronleichnams-Umzug gehört einfach zum überlieferten Brauchtum über den Festkalender der katholischen Kirche hinaus. Schließlich sind die Seeprozessionen im Salzkammergut längst auch zu Anziehungspunkten im Fremdenverkehr geworden.

Um noch einmal das erwähnte, von Andrea Euler-Rolle verfasste Brauchtumsbuch beim Stichwort „Hallstatt“ zu zitieren: „Die dritte Station wird in der Nähe des einstigen Sudhauses gehalten, wo dem Bergmann und Arbeiter und seit 1968 erstmals auch dem Fremdenverkehr der Segen erteilt wird.“

Wer immer heuer um mit- und umzieht – Gottes Segen!

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